Profiler Axel Petermann legt drittes Buch vor

Abgrund und Analyse

Axel Petermann, Profiler und Bestsellerautor.
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Axel Petermann, Profiler und Bestsellerautor.

Von Thomas Kuzaj. Er hat es wieder getan. Axel Petermann gilt als Deutschlands bekanntester Fallanalytiker, sprich: Profiler. Jetzt hat der Bestsellerautor („Auf der Spur des Bösen“) und „Tatort“-Vorlagengeber ein weiteres Buch geschrieben, sein nunmehr drittes. „Der Profiler – Ein Spezialist für ungeklärte Morde berichtet“ ist eine weitere Sammlung spektakulärer Kriminalfälle.

Er hat es wieder getan. Axel Petermann gilt als Deutschlands bekanntester Fallanalytiker, sprich: Profiler. Jetzt hat der Bestsellerautor („Auf der Spur des Bösen“) und „Tatort“-Vorlagengeber ein weiteres Buch geschrieben, sein nunmehr drittes. „Der Profiler – Ein Spezialist für ungeklärte Morde berichtet“ ist eine weitere Sammlung spektakulärer Kriminalfälle.

Der 300-Seiten-Band kostet 9,99 Euro und ist im Heyne-Verlag erschienen. Morgen, Freitag, liest der Kriminalist bei „Thalia“ (Obernstraße) aus seinem neuen Buch. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Petermann, 1952 in Bremen geboren, schreibt über Fälle, über die auch unsere Zeitung ausführlich berichtet hat. Hier gibt es nun die Schilderung aus der Sicht des Ermittlers, Beschreibungen mit dem Reiz authentischer Einblicke in die Arbeit der Kriminalpolizei. Und: Anders als bei der Krimilektüre sind die Abgründe, die sich hier auftun, echt. Auch das dürfte zum Erfolg von Petermanns Büchern beigetragen haben.

Dieses Mal schreibt er unter anderem über den „Torso-Fall“. 2004 war in der Waller Feldmark der Torso einer Frau gefunden worden. Kopf und Beine waren abgetrennt und sind bislang nicht aufgetaucht. 2006 verurteilte das Schwurgericht den Ehemann der Getöteten, einen früheren Polizeibeamten, wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu lebenslanger Haft. Die Ehefrau habe der Beziehung des Mannes zu einer anderen Frau im Wege gestanden.

Kurze Zeit, bevor die Tote gefunden wurde, habe er seine Funktion als Leiter einer Bremer Mordkommission aufgegeben, schreibt Petermann. „Um gemeinsam mit zwei weiteren Kollegen nach dem Vorbild des FBI das Kommissariat Operative Fallanalyse (OFA) aufzubauen.“ Die Interpretation der Spuren (des Täters) am Tatort, der Spuren an der Leiche sowie eine Analyse der Persönlichkeit des Opfers sollen gemeinsam zur Aufklärung eines Verbrechens führen. „Manche Neuerungen brauchen Zeit, bis sie Einzug in die praktische Arbeit finden und von den Kollegen akzeptiert werden“, so Petermann in seinem Buch. „So wurde meine neu gegründete Abteilung auch erst Tage später gebeten, eine Analyse zum Tätermotiv zu erstellen.“

Am Ende, nach dem Schuldspruch, kann Petermann am Beispiel dieses Falles resümieren: „Der methodische Ansatz hat die Feuerprobe bestanden.“ Die Bewertung der Entscheidungen des Täters am Tatort habe dazu beigetragen, sein Motiv und sein Profil zu erkennen. „Die Spuren lügen nicht.“

Reflexionen der Polizeiarbeit ziehen sich durch Petermanns Schilderungen. Sie lösen seine Geschichten aus der Falle des reinen Krimi-Grusels – und machen sie zu Einblicken in die Abgründe der Wirklichkeit.

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