Bremer Werk profitiert von Milliardenauftrag

Produktionsstart für zehn Ariane-5-Raketen

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Eine Ariane-5-Rakete startet in Kourou. Die Ariane-Gruppe hat jetzt den Produktionsauftrag für weitere zehn Trägerraketen erhalten, die von 2020 bis 2022 ins All geschossen werden sollen.

Bremen - Eine Ära endet. Die letzten zehn Ariane-5-Trägerraketen werden produziert. Und sollen von 2020 bis 2022 vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus ins All geschossen werden. Das gaben die Ariane-Gruppe (ein Gemeinschaftsunternehmen des Luftfahrtkonzerns Airbus und des französischen Triebwerkherstellers Safran) und ihr Tochterunternehmen Arianespace am Dienstag bekannt.

Und die Nachricht ist auch eine gute für Bremen. Schließlich werden im Werk der Ariane Group am Bremer Flughafen die Tanks und die Oberstufe der Ariane 5 gebaut. Jene Oberstufe bezeichnet der Bremer Standortleiter Jens Laßmann als „das Hirn der Rakete“.

Der Produktionsauftrag jedenfalls einen Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Euro. Davon profitiert ein europäisches Industrienetzwerk aus mehr als 600 Unternehmen in zwölf europäischen Ländern. Mit dem jüngsten Auftrag sind weiteren Angaben zufolge nunmehr 23 Ariane-5-Trägerraketen in Produktion gegangen oder noch zu produzieren. Das neue Produktionslos garantiere den institutionellen und kommerziellen Kunden von Arianespace die Fortführung der Startdienste bis zur endgültigen Umstellung auf die neue Trägerrakete Ariane  6, deren volle operative Kapazität ab 2023 erreicht sein soll, sagt eine Sprecherin der Ariane-Gruppe.

Die Ariane 5 hat im Dezember vergangenen Jahres den 82. erfolgreichen Start in Folge absolviert. Die Leistungen seien dabei kontinuierlich verbessert worden, heißt es. So sei im Juni 2017 mit einer Nutzlast von 10 865 Tonnen, die in den geostationären Transferorbit gebracht wurden, ein neuer Rekord aufgestellt worden. Dieser Rekordwert soll noch übertroffen werden: Bis 2020 wird die Leistung der Ariane 5 im Rahmen eines von der europäischen Weltraumagentur Esa finanzierten Programms um noch einmal 250 Kilogramm gesteigert werden.

So viele Raketenstarts wie noch nie

Die Arianespace will unterdessen in diesem Jahr so viele Trägerraketen ins All schicken wie noch nie. Es seien bis zu 14 Starts geplant, sagte Unternehmenschef Stéphane Israël am Dienstag in Paris. Das wäre ein neuer Rekord – bislang liegt die Bestmarke bei zwölf Starts in einem Jahr. Im vergangenen Jahr brachte das Unternehmen mit elf Raketen der Modelle Ariane 5, Vega und Sojus insgesamt 20  Satelliten in den Orbit.

Allerdings zog das amerikanische Raumfahrtunternehmen „SpaceX“ bei der Zahl der Starts 2017 an Arianespace vorbei. Die Firma von Tesla-Chef Elon Musk schickte 18 Raketen ins All. Die Ariane-Gruppe entwickelt deshalb das Nachfolgemodell Ariane  6, das Fracht billiger befördern soll. Die zum Großteil staatlich finanzierte Weiterentwicklung soll 2020 erstmals abheben.

je/dpa

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