Probelauf für „Testbildshow“

Schüler der Wilhelm-Wagenfeld-Schule im eigenen Fernsehstudio

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Volle Konzentration: Im Kontrollraum des Fernsehstudios der Wilhelm-Wagenfeld-Schule geht Regisseur Timon Kohlweg noch einmal den Ablaufplan durch.

Bremen - Von Martin Kowalewski. „3,2,1, Go!“ Der Startbefehl kommt von Regisseur Timon Kohlweg. Probelauf für die „Testbildshow“ mit dem Thema „Big Data“ mit Filmsequenzen und Talk-Gästen. Zum zweiten Mal produziert ein Abschlussjahrgang der Berufsausbildung „Mediengestalter – Bild und Ton“ an der Wilhelm-Wagenfeld-Schule im Huchting eine live-aufgezeichnete Fernsehsendung. Elf Auszubildende zwischen 18 und 30 Jahren arbeiten konzentriert. Seit gut einem Jahr hat die Schule dafür ein eigenes Fernsehstudio.

Auf dem Hauptbildschirm läuft eine Filmsequenz. Bürger in der Innenstadt reden über ihre Handy- und Internetnutzung. Derweil sucht Jannik Weinholtz am Schnittpult eine Kamera aus, um den Moderator Lazzloo Soukup ins Bild zu bringen. Er wählt die „1“. Diese fährt langsam an den Moderator heran. Ein Großteil der Technik ist von Sendeanstalten gestiftet worden. Keine HD-Technik, aber die Abläufe seien mit modernen Geräten nicht anders, heißt es. Die Kosten wurden so geringgehalten. Der Ausbildungswert ist enorm. „Bei der Produktion lernen die Schüler unter realem Druck zu arbeiten“, sagt Jan Lange, 36 Jahre alt und Lehrer für Medienproduktion, Tongestaltung und Tontechnik.

Der Blick ins Aufnahmestudio: An einem Kasten leuchtet der Schriftzug „on air“. Zwei Sessel für Interviews sind aufgebaut. Nebenan sitzt der Elektro-Musiker „Flowin‘ Immo“ hinter seinen Geräten. „Flowin‘ Immo“ soll mit Musik zum Thema die Sendung auflockern.

Einen Augenblick macht sich Panik breit

Drei Fernsehkameras filmen. „Die größte hat die größte Brennweite und kann so am weitesten reinzoomen. Die Kamera bediene ich“, sagt Lehrer Jan Lange. Eine zweite Kamera und eine Schulterkamera gehen an die Schüler. Im Schnittraum ist eine Wand bestückt mit Fernsehern. Unten sind die Bilder der drei Kameras zu sehen. Darüber ist der „Preview“. Auf diesen Bildschirm werden Kameras gezeigt, bevor sie auf Sendung gehen. Auf dem Bildschirm daneben läuft das aktuelle Programm. Ein weiterer Bildschirm hilft, die Einstellungen einzelner Kameras zu ändern. Darum kümmert sich Yannick Geiselmann. Er schließt die Blende etwas. Das Bild wird dunkler und gewinnt an Tiefenschärfe. Danach demonstriert er die Wirkung eines Schwarzfilters. Das Bild hellt sich etwas auf. Der Boden wirkt im Bild dominanter.

Die Live-Aufnahme beginnt. Konzentration bei allen. Udo Rachow, Kameramann bei Radio Bremen, beäugt das Geschehen. Er stellt sich neben die Schirme, lächelt, sein Daumen zeigt nach oben. Mitten in der Sendung passiert etwas Unerwartetes. Der Ton im Kontrollraum ist kurz weg. Einen Augenblick macht sich Panik breit. Die Ursache: ein partieller Stromausfall. Glücklicherweise passiert das, während ein Einspieler läuft.

„Die Leute kann man übernehmen“

Dann schlägt ein Schüler Alarm, das Head-Set der Schulterkamera ist ausgefallen. Was tun? Die Kommunikation zwischen Kontrollraum und Kamerafrau ist extrem wichtig. Profi Rachow geht raus zur Kamerafrau. Er hat eine Lösung gefunden. Kamera zwei sucht sich jetzt immer eine Einstellung und hält diese, bis ein rotes Licht an der Kamera zeigt, die Einstellung wird aufgezeichnet. Nach der Aufnahme ist das Licht aus, Zeit eine neue Einstellung zu finden und erneut zu warten.

Am Ende sind alle zufrieden. Die Schüler haben alles hervorragend bewältigt. Udo Rachow sagt: „Die Leute kann man übernehmen.“

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