Probelauf für Prototypen

Großer Andrang und breite Auswahl bei den Bremer Spieletagen

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Eine hügelige Landschaft nach mehr als 400 Stunden Arbeit: Arne Rose (v.l.) hilft dem Spieler Tamme. Rose hat bei den Spieletagen in der Volkshochschule Bremen eine Schlacht von 1645 ist nachgestellt.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Spannende Momente: Spieleentwickler Michael Kiesling (62) ist vor Ort und hat viele seiner Spiele mitgebracht. Darunter natürlich „Azul“, Spiel des Jahres 2018. Und an einigen Tischen sind Prototypen neuer Spiele ausgebreitet.

Der gebürtige Bremer Kiesling, Chef einer Softwarefirma, beobachtet, wie sie ankommen. Die bunte Welt der Spiele sorgte am Wochenende für Hochbetrieb im Bamberger-Haus der Volkshochschule Bremen (VHS). Allein am Sonnabend kamen mehr 2.000 Besucher zu den 12. Bremer Spieletagen, deutlich mehr als im Vorjahr, so die VHS.

An einem Tisch liegen Plättchen mit Punkten wie bei Würfeln, aber in verschiedenen Farben. Viel will der kreative Spieleschöpfer nicht verraten. „Es handelt sich ein neues Domino-Prinzip“, sagt Michael Kiesling, der in Achim lebt. „Es geht darum, die Zahlen clever aneinanderzubauen.“ Am Tisch sitzt Christine Lübbert aus Bremen. „Grübeln muss man schon. Es entstehen bei jedem Zug neue Möglichkeiten“, sagt die 32-Jährige. Sie findet es spannend, einen Prototypen zu spielen und Verbesserungsvorschläge machen zu können. Einer scheint das Belohnungssystem in dem Spiel zu betreffen. „Es gibt zu wenig Kleingeld“, sagt sie.

Friedemann Friese hat gerade eine Runde „Futuropia“ gespielt. Der Bremer hat mit „2F-Spiele“ schon 50 Spiele veröffentlicht.

Arbeit mit feinen Zangen: Heiko (48) und sein Sohn Malte (10) aus Bremen werfen kleine Holzfässchen durch ein Tor auf einem Spielbrett aus Holz. Die sind gar nicht so leicht zu greifen. Ziel des Spiels „Barik“ ist es, alle Fässer auf die Seite des Gegenspielers zu werfen. Zweimal gewinnt Papa Heiko das rasante Spiel, dann aber Malte. „Das macht Spaß“, sagt der Junge. Beiden gefallen die Spieletage. Sie haben schon alles Mögliche probiert, auch Kartenspiele. Auswahl und Vielfalt sind gewaltig, auch bei den Neuvorstellungen: „Der Trend ist, dass es keinen Trend gibt“, sagt der Macher der Spieletage, Andreas Ebert von der Volkshochschule.

Viel Betrieb herrscht auch im Raum von „2F-Spiele“ aus Bremen. Spieleentwickler Friedemann Friese (48) steht den Spielbegeisterten zur Seite. 50 Spiele hat er schon auf den Markt gebracht. Gerade hat er eine Runde „Futuropia“ hinter sich und eine Wohn- und Versorgungseinheit gebaut, in der möglichst viele Maschinen, aber wenig Menschen arbeiten. Am Tisch spielt Joschua Reiners (21) aus Bremen das Kartenspiel „Fertig“, eine besondere Form der Patience. Die Karten werden allmählich in eine Reihenfolge gebracht und dann aus dem Stapel genommen. Das Spiel spiegelt auch den Büroalltag wider. Wenn die „48“ vorbeikommt, muss Kaffee her, damit es weitergeht. Durch den kleiner werdenden Stapel passiert das häufiger. Bei Reiners wird der Kaffee knapp.

Eine hügelige Landschaft. Durch sie hindurch verläuft ein Fluss. Armeen mit Lanzen und Gewehren stehen an beiden Seiten. Arne Rose (48) aus Bremen hat etwa 400 Stunden Bastelarbeit in diese Szenerie gesteckt. Auf dem Tisch steht die Schlacht von Kilchummin vom 30. Januar 1645. Kronenloyale aus England gegen Schotten. Letztere übernimmt Kjell (14), an der Gegenseite leitet Tamme (13) den Angriff. Seine Truppen laufen auf eine Brücke zu und brechen an einer Flussquerung durch.

Vorsichtig schiebt Rose die Figuren mit einer Messlatte über das Spielfeld. Es ist genau abgebildet, wie weit ein Trupp in einem Zug kommen kann. Nach weit über einer Stunde haben die Invasoren aus England verloren. Die Verluste waren zu hoch, bei der Moralprobe sind die Würfel gegen sie gefallen. Die Krieger ziehen ab. Tamme ist ein guter Verlierer: „Das war spannend“, sagt er.

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