Premiere: „Flic Flac“ feiert mit 1 300 Besuchern neue Show „Höchststrafe“

Benzin liegt in der Luft

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Höhepunkt und Markenzeichen: Die „Helldriver“ zeigen – wie es der Name verrät – eine höllisch gute Vorstellung. Mit bis zu acht Motorrädern wirbelten die Südamerikaner durch eine Stahlkugel.

Bremen - Von Steffen Koller. Was für eine Show! 1 300 Besucher haben am Donnerstagabend die Premiere des Zirkus „Flic Flac“ auf der Bürgerweide verfolgt. Mit ihrem Programm „Höchststrafe“ zum 25-jährigen Bestehen setzten die Artisten neue Maßstäbe – inklusive brennender Komiker, benzingetränkter Luft und jede Menge nackter Haut.

Acht Jahre mussten die Bremer auf einen Auftritt des Zirkus warten, zuletzt statteten die „Flic-Flac“-Artisten der Hansestadt 2007 einen Besuch ab. Und das Warten hat sich gelohnt: Vor ausverkauftem Zelt boten die 40 Künstler ein Programm, das wohl niemand so schnell vergessen wird. Alles an diesem Zirkus ist anders. Keine Tiere, keine Clowns, kein staubiger Boden aus Sand und Sägespänen. Unkonventionell, schrill, lebensgefährlich.

Scheinbar mühelos wirbeln die Akrobaten der „Expendables“ durch die Luft und zeigen dabei körperliche Höchstleistungen. Die vier Ukrainer geben den Startschuss zur zweistündigen Show, die nicht nur den Artisten alles abverlangt. Auch die Zuschauer fiebern mit, schauen ungläubig Richtung Bühne und wirken oftmals fassungslos angesichts der unglaublichen Körperbeherrschung. Dass dieser Zirkus von der Norm abweicht, beweisen auch die „Clowns“, die eigentlich gar keine sind. Keine Schminke, keine schnöden Luftballons, keine Pantomime.

So zum Beispiel Steve Eleky, der zwar gar keine Lust auf seinen Auftritt hat, aber so stehe es nun mal in seinem Vertrag. Was soll man da machen. Also ab durch die Mitte und Vollgaskomik der anderen Art. Der Schotte schafft es mit banalen Tricks, die ein Grundschüler wohl besser vorführen könnte, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Da werden platte Witze zum Bauchmuskeltrainer. Und am Ende muss auch er feststellen: „Ich kann nicht mehr. Ich habe Burnout.“

Einer, der immer kann, ist Hubertus Wawra alias „Master of Hellfire“. Der sympathische Typ mit Irokesenschnitt und Thüringer Dialekt strotzt nicht gerade vor Feingefühl, aber genau das macht seine Einlagen so herrlich anders. Vor nichts macht er Halt – nicht vor anderen Zirkusunternehmen, dem eigenen Publikum und nicht vor der schönen Blonden aus Reihe eins. Und wenn es mal nicht so läuft, dann zündet er halt seine Lederjacke an und spielt entspannt auf der Akustikgitarre.

Untermalt von einer beeindruckenden Lichtshow und der eigenen Gefängnisband, die passend zum Motto in Knastzellen spielt, wird es dann wieder anmutig, als das „Duo Turkeev“ auf die Bühne kommt. Oder besser gesagt, über ihr schwebt. Ohne Sicherung und doppelten Boden kreisen die Artisten durch die Manege und verleihen dem Abend die romantische Note. Und wer an dieser Stelle dachte, dass damit das Ende des Abends eingeleitet wird, liegt vollkommen falsch. Denn „Flic Flac“ wäre nicht „Flic Flac“, wenn es nicht noch lebensgefährlich werden würde.

Krönender Abschluss und Markenzeichen der Show: die „Helldriver“. In einer riesigen Stahlkugel drehen die acht Südamerikaner mit Motorrädern ihre Runden. Loopings mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde rufen bei Zuschauern Schwindelgefühle hervor. Die Fahrer selbst bleiben cool und setzen dem Abend so die Krone auf. Das beeindruckt auch Pia (25) und ihre extra aus Paris angereiste Freundin Floriane (24): „Die haben’s echt drauf. Echt faszinierend, diese Show“, so das Fazit der beiden.

„Flic Flac“ gastiert noch bis zum 31. Mai auf der Bürgerweide. Karten gibt’s in unseren Geschäftsstellen.

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