Premiere mit Abstrichen

Filmstart mit Promis im Bremer „Cinema“

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Fototermin vor der Premiere: Lydia Liedtke (Nordmedia, v.l.), Regisseurin Lola Randl, Lina Beckmann, Herbert Schwering, Benno Fürmann und Jochen Coldewey (Nordmedia). - Foto:

Bremen - Von Steffen Koller. Prominenter Besuch im Ostertor: Am Dienstagabend hat die Komödie „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ im „Cinema“-Kino Premiere gefeiert. Großen Jubel gab es vom Publikum nicht – was entweder mit dem Film oder dann doch mit dem Auftritt der Schauspieler um Benno Fürmann und Lina Beckmann zu tun hatte. Manch Zuschauer resümierte danach, einen „großartigen Film“ gesehen zu haben, andere wollten einfach nur weg.

Die Erwartungen beim Publikum waren hoch – zumindest verspricht der aktuelle Trailer von „Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?“ eine unkonventionelle, urkomische und auch unangepasste Komödie, die weit weg zu sein scheint vom klassischen deutschen „Hau-Drauf“-Humor. Doch die Premiere des Streifens, für den Regisseurin Lola Randl verantwortlich zeichnet, produzierte beim Publikum eher ein geteiltes Echo.

Dabei ist der Film selbst ganz gut gelungen. Luisa (Lina Beckmann) pendelt zwischen den Welten. Da ist auf der einen Seite das geregelte, oft langweilige, dafür aber ehrliche Zusammenleben mit ihrem Ehemann Richard (Charly Hübner), das sie in regelmäßigen Abständen gegen das wilde, ungezügelte Dasein mit ihrer Affäre Leopold (Benno Fürmann) eintauscht. Zwischen Erdnuss-Flips und Rohkost-Diät, zwischen Fernsehabenden und leidenschaftlichem Sex wechselt die Blondine stets ihre Facetten. Bis es sie auf einmal doppelt gibt. Es beginnt eine turbulente Komödie, bei der der Zuschauer am Ende selbst kaum mitkommt, wer denn nun wer ist – und wer mit wem was hat.

„Toller situativer Komik“

Nach gut eineinhalb Stunden – und zugegeben, auch einigen herzhaften Lachern aus dem Publikum – hat man den Eindruck, dass die Konfusion Luisas auch etwas auf Schauspieler, Regisseurin und Produzent Herbert Schwering abgefärbt hat. Während einige Zuschauer von „einem großartigen Film“ mit „toller situativer Komik“ sprechen, können andere es nicht erwarten, das Kino zu verlassen. Der Humor sei „unter aller Kanone“ gewesen, sagte eine Frau.

Auch die anschließende Diskussion über den Film (Kinostart 8. März) fällt eher bescheiden aus. Kaum Fragen, kaum Feedback, verhaltener Applaus. Das mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass Fragen des Publikums kaum beantwortet wurden. Auf die Frage, wie denn der Filmtitel entstanden sei, hieß es, es sei den Verantwortlichen nichts anderes eingefallen. Statt sich ernsthaft mit den Besuchern zu unterhalten, Stimmen einzufangen und auch etwas Werbung zu machen, alberten die prominenten Gäste eher nur herum. Kann man machen. Kann man aber auch lassen.

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