Kommunale Kliniken gründen gemeinsame Kinderschutzgruppe

„Praxistaugliches Instrument“

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Der Fall des zwei Jahre alten Kevin, der an den Misshandlungen seines Ziehvaters starb, soll sich nicht wiederholen. Darum haben die drei kommunalen Bremer Kinderkliniken eine hausübergreifende Kinderschutzgruppe gegründet.

Bremen (je) · Die Kinderkliniken an den kommunalen Krankenhäusern Bremen-Mitte, Links der Weser und Bremen-Nord haben eine klinikübergreifende Kinderschutzgruppe gegründet.

Die Gruppe, zu der auch die Klink für Kinderchirurgie am Klinikum Mitte gehört, hat als Ziel, die intensiven Tätigkeiten für den Kinderschutz gezielt auszubauen und weiterzuentwickeln.

Dr. Kerstin Porrath aus dem Klinikum Links der Weser, Dr. Annette Hackenberg aus der Prof.-Hess-Kinderklinik am Klinkum Mitte und Dr. Christian Ribbentrop aus dem Klinikum Bremen-Nord gehören zu den Initiatoren der Gruppe. „Kinderschutz ist immens wichtig und gar kein so seltenes Thema“, sagt Porrath. Hackenberg bezeichnet die Kinderschutzgruppe als „praxistaugliches Instrument“, um nun auch berufsübergreifend handeln zu können. „Erstes Ziel ist und bleibt immer, Gefahren für Kinder so früh wie möglich zu erkennen und schließlich abzuwenden“, sagen Ribbentrop und seine Kollegin Dr. Heidrun Gitter, Leitende Oberärztin der Kinderchirurgie.

Innerhalb der drei Kliniken soll künftig berufsgruppenübergreifend und unter Einbeziehung nicht nur ärztlicher, sondern auch pflegerischer, psychologischer sowie sozialarbeiterischer Kompetenz die Betreuung von Kindern und Familien mit Missbrauchs- und Gewaltverdacht standardisiert werden. Gleichzeitig ist angestrebt, das Netzwerk mit anderen für den Kinderschutz engagierten Personen und Institutionen zu intensivieren.

Konkret funktioniert die Kinderschutzgruppe folgendermaßen: Kranke oder verletzte Kinder kommen ins Klinikum und werden erstversorgt. Fallen bei der Untersuchung oder später auf Station blaue Flecken oder andere Verletzungsfolgen auf, die sich nicht unbedingt selbst erklären, sprechen die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal gezielt die Eltern an.

In Schulungen erproben die Mitarbeiter der Kinderkliniken Kommunikationsstrategien. Diese müsse einerseits einfühlsam und doch klar sein, heißt es. „Wir wollen die Eltern als Partner gewinnen und niemanden unter Generalverdacht stellen“, so Dr. Kerstin Porrath.

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