Feuerlöschboot II wird außer Dienst gestellt / Neues Schiff kommt aus Holland

Prägnante Klangkulisse

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Wasser aus allen Rohren: Das 1975 gebaute Feuerlöschboot II der Berufsfeuerwehr vor bremischer Kulisse.

Bremen - Von Ulf Kaack - Wer an der Weser lebt und arbeitet, kennt das unverwechselbare Motorengeräusch: Ein tiefes sonores Brummen kündigt markant die Einsatzfahrten des Feuerlöschbootes II (FLB II) der Bremer Berufsfeuerwehr an. Doch diese prägnante Klangkulisse ist nicht mehr allzu lange am Flussufer zu hören, denn ein schmucker Neubau soll den feuerroten Oldtimer ablösen.

Das 1975 auf der Werft Abeking & Rasmussen in Lemwerder gebaute Löschboot ist an der Wache IV der Berufsfeuerwehr stationiert. Es ist 22,60 Meter lang, sechs Meter breit und verdrängt 110 Tonnen Wasser. Angetrieben wird das FLB II von zwei Dieselmotoren mit je 223 PS. Das reicht für eine Geschwindigkeit von neun Knoten.

„Das Boot ist in die Jahre gekommen und genügt nicht mehr in allen Bereichen den feuerwehrtechnischen Anforderungen – obwohl es rundum gut in Schuss ist“, sagt der Bootsführer, Hauptbrandmeister Ralf Schnur. „Zudem wird die Ersatzteilbeschaffung schwieriger und die Betriebskosten steigen ständig.“

Dabei klingen die technischen Daten des FLB II doch sehr eindrucksvoll: Drei Kreiselpumpen werden im Löschbetrieb auf die beiden Hauptmotoren und die Mittelmaschine gekuppelt und können je 4 800 Liter Wasser pro Minute fördern. Die beiden Löschmonitore an Deck geben jeweils 2 400 Liter Wasser innerhalb einer Minute ab, haben dabei eine Wurfweite von rund 50 Metern. Dazu kommen zwölf Sauganschlüsse und 24 Druckanschlüsse für weitere Möglichkeiten der Wasserversorgung. An Bord befinden sich außerdem 20 000 Liter Mehrbereichsschaum in vier riesigen Tanks, was durch einen Zumischer zur Schaumerzeugung dem Löschwasser beigegeben werden kann. Zur weiteren Ausrüstung gehören ein Arbeitsboot mit 20- PS-Außenbordmotor, ein Lichtmast mit sieben Scheinwerfern sowie ein Hydraulikkran mit einer Hubkraft von zwei Tonnen.

„Im Einsatz wird das Boot vom Schiffsführer, vom Maschinisten und zwei weiteren Feuerwehrleuten gefahren“, sagt Schnur, der seit 35 Jahren bei der Feuerwehr beschäftigt ist. „Gerade bei Schiffsbränden in den Bremer Hafenbereichen ist das Boot unverzichtbar. Doch vor allem bei Bränden im ufernahen Bereich liefert es wertvolle Unterstützung für die Feuerwehrkräfte an Land.“

Der Einsatzbereich des Feuerlöschbootes erstreckt sich von Achim bis Brake, einschließlich aller erreichbaren Nebenarme und Hafenanlagen.

Das Feuerlöschboot wird im April nach 37 Dienstjahren durch einen modernen Neubau abgelöst. Das 24 Meter lange Löschboot mit Aluminiumrumpf ist auf der niederländischen Bauwerft nahezu fertiggestellt. Anfang Februar soll es auf der Weser in die Erprobung gehen. Der Wermutstropfen dabei: Feuerwehr und Wasserschutzpolizei teilen sich fortan das neue Boot. Das alte Feuerlöschboot soll verkauft werden.

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