Millimetergenaue Arbeit gefordert

140 Einsatzkräfte schuften am Power-Wochenende

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Millimeterarbeit und Teamwork sind gefragt: 15 Meter Gleis mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen werden exakt platziert.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Es staubt auf der Baustelle, und es ist laut. Ein Trennjäger frisst sich funkensprühend durch ein Stück Schiene. Andreas Probian, bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) Leiter im Bereich Gleisbau, ist zufrieden. Alles ist im Zeitplan. Die ersten 14 Stunden des Power-Wochenendes liefen gut. Die vielen Arbeiter schuften Hand in Hand.

Es soll ein neuer Rekord werden: Die BSAG verlegt an diesem Wochenende 900 Meter neue Gleise – und das an direkt neben dem Zentralen Omnisbusbahnhof (ZOB) in den Straßen An der Weide und Bahnhofsplatz. „Der bisherige Rekord liegt bei 800 Metern und ist etwa sechs Jahre alt“, sagt BSAH-Sprecher Andreas Holling. Verlegt werden auch sechs Weichen und drei Kreuzungsanlagen. Die alten Schienen wurden fast alle in den ersten sechs Stunden nach Beginn des Power-Wochenendes am Freitagabend um 21 Uhr herausgerissen, in Maßarbeit. 

Reisende sind verständnisvoll

„Wir haben Stücke von sechs Metern Länge herausgenommen, damit die gut in den Container zum Abtransport passen“, sagt Probian. Zwei Bagger, ein Stapler widmen sich einem letzten alten Gleisstück direkt vor dem ZOB. Sie heben die Gleis- und Betonstücke hoch und legen sie beiseite. Die Bagger greifen von oben. Der Stapler hebt von unten.

Der Baustellenlärm ist auch vor dem Bahnhof deutlich hörbar. Staubig ist es hier aber nicht. Eine Dame fragt nach der Verbindung zum Einkaufszentrum Weserpark. Mevlüt Temizpak ist gefragt. Er steht vor dem Hauptbahnhof an einem der großen Infoschilder, die von der BSAG neben dem gesperrten ZOB aufgestellt wurden. Er reicht der Frau einen Prospekt und zeigt ihr den Weg zur provisorischen Haltestelle der Linie 1 gegenüber und weist auf die Umleitung hin.

Powerwochenende am Bremer Bahnhof

Auch Temizpak ist Teil des Großaufgebots Wochenende: 100 Arbeiter auf der Baustelle und 40 Servicekräfte an Hauptbahnhof und Domsheide, die den Fahrgästen Antworten auf Fragen zu den Umleitungen und verlegten Haltestellen geben. „Die Leute sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Bei diesem Power-Wochenende ist es auch nicht so kompliziert wie im vergangenen Jahr“, sagt er. „Meistens fragen Leute, die über den Bahnhof angereist sind. Die anderen wissen meist Bescheid.“

Bauarbeiter freut sich über den Regen

Auf der Baustelle legt ein Mann eine Schlaufe um ein neues Gleisstück. Ein Bagger mit einer Traverse am Hebearm fährt langsam heran. Der Mann hakt die Schlaufe ein. Mehrere Kollegen stehen bereit und begleiten das Schienenstück, während der Kran es anhebt und langsam zum Streckenverlauf herüberträgt. „Langsamer“, ruft ein Mann, während sich der Baggerarm absenkt. Die Männer richten das Gleisstück aus. „Es kommt auf den Millimeter an. Es muss genau passen, damit die Gleise gut verschweißt werden können“, sagt Probian. 15 Meter lang ist jedes der bereitliegenden Gleisstücke und wiegt 1,8 Tonnen. „Bei den gebogenen Stücken ist die innere Seite allerdings etwas kürzer, maßgeblich ist die äußere Seite“, sagt Marc Strauß, Bauingenieur im Bereich Gleisbau bei der BSAG.

Es wird etwas dunkler. Tropfen fallen vom Himmel. Dann beginnt ein Schauer. „Juchu“, ruft ein Mann. Regen ist kein Problem. „Das hilft gegen Staub“, sagt Probian. Nach wenigen Minuten klart es auf. – 

Alle Details und Änderungen während des nächsten Power-Wochenendes vom 14. bis zum 17. Juli gibt es hier.

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