Poststreik: SPD-Politiker Sieling spricht auf Kundgebung / Protest gegen Ausgliederungen

Demo mit designiertem Bürgermeister

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Der designierte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) spricht auf der Kundgebung der protestierenden Postler.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Zerschlagung und Abzocke nicht mit uns.“ Mit Parolen wie diesen haben Postler gestern an der Domsheide gegen den Vorstand ihres Unternehmens demonstriert. Sie kritisierten, dass die Unternehmensspitze sich trotz des mehrwöchigen Streiks noch nicht bewegt habe. Prominente Unterstützung gab es auch – auf der Kundgebung sprach Bremens designierter Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Eine schöne Gelegenheit für den Sozialdemokraten, sich am (mit einer Verdi-Flagge geschmückten) Rednerpult medienwirksam als Gewerkschaftsfreund in Szene zu setzen. Motto: „Bremen steht für Solidarität.“ Sielings Auftritt kam gut an bei den protestierenden Postlern, es gab viel Applaus für ihn.

Neben Sieling zeigte sich auch der Gewerkschafter und niedersächsische Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens (Linke).

Etwa 700 Tarifbeschäftigte aus Bremen und Bremerhaven sowie Rotenburg und Cuxhaven hatten sich in Bremen versammelt. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Post vor, Tarifflucht zu betreiben. Mehr und mehr Zusteller würden in Gesellschaften auslagert, bei denen spürbar weniger Geld gezahlt werde. Die Post müsse Verträge einhalten und dürfe nicht nur auf den Börsenerfolg schielen, sagte Sieling. Sätze wie diese waren es, die an der Domsheide – in Sichtweite des traditionsreichen Kaiserlichen Postamts – bei den Teilnehmern der Kundgebung gut ankamen.

Die Politik – namentlich: der Bremer Senat und die niedersächsische Landesregierung – müsse Gesetzeslücken schließen, die Unternehmen Tarifflucht ermöglichen, forderte Verdi-Landesleiter Detlef Ahting. Und weiter: „Hier muss die Politik Farbe bekennen. Sie kann es nicht mehr bei bloßen Solidaritätsbekundungen belassen.“

Nach ihrer Kundgebung zogen die Demonstranten von der Bremer Innenstadt zum Briefzentrum der Post am Flughafen. Dort wurde wieder protestiert.

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