Filmteam dreht für digitale Oldtimermesse

Bremen: „Porschejäger“ im Rampenlicht

Ein Porsche 911 T in der Mitte wird von drei anderen Sportwagen eingekesselt: von einem BMW 2002 Turbo, einem Ford Capri RS 2600 und einem Opel Commodore A GS/E.
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Jäger und Gejagter: Ein Porsche 911 T in der Mitte wird von drei anderen Sportwagen eingekesselt: von einem BMW 2002 Turbo, einem Ford Capri RS 2600 und einem Opel Commodore A GS/E.

Nichts geht mehr. An Präsenzmessen ist derzeit nicht zu denken. Und so setzen auch die Macher der „Bremen Classic Motorshow“ wieder auf ein digitales Format.

Bremen – Ein Porsche 911 T fährt in die Halle 4 ein. Drinnen und draußen ist es dunkel. Nur ein Bereich ist erleuchtet. Weiter hinten stehen einige hohe Zaunelemente. In den Lücken warten die „Porschejäger“. Sie werden mit künstlichem Nebel in Szene gesetzt. In der Messehalle und auf der Bürgerweide standen die Dreharbeiten für Einspieler der „Bremen Classic Motorshow“ auf dem Terminplan. Zum zweiten Mal findet die Oldtimermesse virtuell statt.

Die Scheinwerfer leuchten auf. Die drei „Porschejäger“ – ein Ford Capri RS 2600, ein Opel Commodore A GS/E und ein BMW 2002 Turbo – fahren los, kommen jetzt „aus dem Käfig“. Dann umkreisen sie den Porsche 911. Der steht im „Kessel“. Gefilmt wird von einer Hebebühne. Irgendwann werden die „Jäger“ langsamer und bleiben stehen.

Christian Steiger, Journalist und Oldtimer-Experte, steht zwischen zwei „Porschejägern“, dem Ford und dem Opel, Autotypen, die 1970 auf den Markt kamen. Er erzählt dem Verfasser dieser Zeilen von den späten 60ern und frühen 70ern. Mercedes und Porsche thronten am Sportwagenhimmel. Die beiden Autos boten technische Sportwagenleistung in der Welt der Mittelklasse-Familienautos: sechs Zylinder, viel Leistung und Hubraum für relativ wenig Geld, erreichbar für einen „kleinen Chef“.

Playboys und Herrenfahrer

„Man konnte den Playboys und Herrenfahrern mal zeigen, was eine Harke ist“, so Steiger. Der Ford sieht sportlich aus, bietet aber Platz für die Familie. Nicht ganz so nach Sportgerät, eher etwas gemütlicher wirkt der Opel, auch 150 PS stark und bis zu 197 Kilometer pro Stunde schnell. Von Null auf 100 in 9,3 Sekunden, das seien damals Sportwagenwerte gewesen, erbracht von einem Familienmittelklassewagen.

Auch zum BMW 2002 hat Steiger viel zu erzählen. Der sei später auf den Markt gekommen – 1973, kurz vor der Ölkrise, zum „vollkommen falschen Zeitpunkt“. Am Frontspoiler sei spiegelbildlich der Schriftzug „Turbo“ gewesen, so, dass man ihn im Rückspiegel lesen konnte. „Es gab keine Gurtpflicht, kein ABS und keinen Airbag“, sagt Steiger. Er spricht von damaligen Diskussionen um Verkehrstote und die Sorge ums Öl. Auch der Porsche 911 sei damals asketischer gewesen. Das habe harte Arbeit auf Fernstrecken bedeutet.

„Mr. Röntgenblick“ hat alles im Griff

Projektleiter Frank Ruge spricht von einem Aufrüsten in Sachen PS und Geschwindigkeit Anfang der 70er. Die drei Modelle von Opel, Ford und BMW seien die Spitze ihrer Modellreihen gewesen, stärker motorisiert als der frühe Porsche 911.

Auf den Boden geht es mit den Filmkameras, während sich „Mr. Röntgenblick“, Stephan Gäbe aus Salzhausen, unter einem Mercedes S124-T-Modell liegt, gebaut 1996 in Bremen. Mit alten Autos kennt er sich aus. In zehn Minuten soll er herausfinden, welche Schwachstellen das Auto hat. Er inspiziert den Motor, lässt das Auto an, stemmt es hoch und guckt drunter.

Umgeben von Zwei- und Viertaktern: Motorradhistoriker Andy Schwietzer (l.) und Oldtimer-Experte Johannes Hübner.

„Wir haben die Mängelliste“, sagt Ruge. Ein solches Auto könne man bereits für etwa 4 000 Euro bekommen. Ein Kombi, gut für junge Erwachsene, wenn die entscheidenden Stellen in Ordnung sind. Viel Wert würde es nicht mehr verlieren. „Wir wollen auch junge Leute ins Hobby bringen“, so Ruge.

Zweitakter treffen auf Viertakter

Etwas abseits läuft in der Messehalle eine gemütliche Talkrunde vor den Kameras: Oldtimer-Experte Johannes Hübner spricht mit Motorrad-Historiker Andy Schwietzer vom PS-Speicher in Einbeck. Sie sitzen in der Mitte von vier Motorrädern aus dem Bestand des PS-Speichers, zwei Paare, jeweils ein Zweitakter und ein Viertakter. Von 1956 ist ein Zweitakter von IDW und eine Gilera, Viertakter. Der gleiche Gegensatz findet sich auch bei zwei Maschinen von 1975, einer Suzuki (Zweitakter) und einer Honda (Viertakter). Heute würde man Zweitakter im Offroadsport finden, sagt Schwietzer. Sie seien im Vergleich stärker und kompakter, Viertakter dafür unter anderem sparsamer.

Die Digital-Version der „Bremen Classic Motorshow“ ist am Sonnabend, 5. Februar, von 16 bis 18 Uhr erstmals zu sehen und bleibt bis zum 1.  Mai auf der Internetseite der Oldtimermesse abrufbar.

Programm und Infos: www.classicmotorshow.de

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