Porsche und Co.: „Bremen Classic Motorshow“ fasziniert vor allem Männer

Im Reich der Raritäten

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Eine ganze Halle widmet sich Zweirädern und ihrer Geschichte.

Bremen - Von Steffen Koller. Klassisch, kraftvoll, kultig: Mehr als 600 Aussteller präsentieren seit gestern bei der „Bremen Classic Motorshow“ Old- und Youngtimer sowie Motorräder aus aller Herren Länder. Doch was fasziniert die Menschen hier, was bringt sie dazu, ihre Freizeit zu opfern und Ehen aufs Spiel zu setzen? Ein Rundgang im Reich der Raritäten.

Ein Porsche 356 von 1961. Wert: zirka 220 000 Euro.

Unzählige Stunden haben sie in den Umbau eines Porsche 911 gesteckt, Nächte durchgemacht, sich mit dem Partner gestritten, bis endlich das „Urmodell“ eines der wahrscheinlich bekanntesten Autos der Welt fertig war. Jens und Martin aus Hamburg stehen wohl stellvertretend für den Großteil der Menschen – oder sagen wir Männer –, die sich vor Jahren mit dem „Virus“ Oldtimer angesteckt haben und seit dem nicht mehr von ihren „Schätzchen“ loskommen. „Wenn Du auch noch perfektionistisch bist, wie ich“, sagt Jens, „dann wird die Werkstatt zum Wohnzimmer.“

Patrick (links) und sein Kollege mit einem Cadillac Eldorado von 1959.

Die „Bremen Classic Motorshow“ ist ein Sammelsurium von Autobegeisterten, von „im positiven Sinn Bekloppten“, wie Jens meint, und „Menschen, die einfach verstanden haben, in Wertanlagen zu investieren“. Das weiß auch Patrick aus Münster, der sich mit seinem Kollegen ganz den klassischen V8-Boliden verschrieben hat. Mit ihrem Cadillac Eldorado von 1959 – 6,4 Liter Hubraum, fast sieben Meter lang, gut 2,3 Tonnen schwer – vertreten sie die amerikanische Automobilszene und ein Stück weit auch den Lebensstil von Übersee: groß, auffällig, alles andere als gewöhnlich.

Neben der Lust am Schrauben wissen die beiden Mechaniker aber auch, dass sie in wahre Geldanlagen investieren. „Es gibt kaum einen Oldtimer, der nicht an Wert gewinnt. Das ist quasi wie Gold“, sagt Patrick. Mittlerweile fahre das „Dream Car“ – so wurden Luxuswagen aus dieser Zeit genannt – „ganz gut“. Nur das Fahrgefühl sei „primitiv“. Bei weit über 20 Litern Mindestverbrauch wohl die kleinste Sorge des Duos.

Bremen Classic Motorshow - Teil 2

Eine Halle weiter präsentieren sich die Meilensteine der Automobilgeschichte. So wie der Lamborghini Countach LP 400 von 1975, seinerzeit das schnellste Auto mit Straßenzulassung. Neben all den technischen Daten fasziniert eins am Flügeltürer ganz besonders: die Höhe. Nur etwa einen Meter ragt der rote Flitzer über den Boden. In Zeiten von riesigen SUVs und Geländewagen wirklich außergewöhnlich.

Bremen Classic Motorshow

Wer noch kein Besitzer eines fahrtüchtigen Old- oder Youngtimers ist oder noch Ersatzteile benötigt, ist bei der Motorshow ebenfalls genau richtig. In einer Extrahalle stehen fertig restaurierte Fahrzeuge aller Art – Mercedes, BMW, Jaguar, Rolls Royce, Isetta oder Alfa Romeo, ob für 25 000 oder 160 000 Euro. Zeigen an diesen speziellen Autos Schilder den Wert an, sprechen die meisten ungern über Preise. „Es gibt Fahrzeuge, die vervierfachen ihren Wert innerhalb von 20 Jahren. Und da sprechen wir noch von den unteren Kategorien“, sagt ein Teilehändler, während sich mehrere tausend Besucher durch die schmalen Gänge der Stadthalle drängen.

Apropos Teile: Eine komplette Halle steht Interessierten ausschließlich zum Stöbern zur Verfügung. Radkappen, Bremsbeläge, Lenkergummis, Zierleisten, Helme und Fachliteratur liegen in unzähligen Kisten bereit. Während die einen um den richtigen Preis feilschen, stehen an den Zweiradständen nebenan zahlreiche Besucher und fachsimpeln über die Vehikel ihrer Jugend.

Die Messe läuft noch heute und morgen, Sonntag, von jeweils 9 bis 18 Uhr. Ein Tagesticket kostet 16 Euro.

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