Rea Garvey gastiert im ausverkauften Pier 2

Pop-Rocker trifft Nerv der Massen

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Rea Garvey lieferte im Pier 2 eine unterhaltsame wie massenkompatible Show.

Bremen - Von Ulf Kaack. Ausverkauft war am Montagabend das Pier 2 – und hoch die Erwartungen des Publikums, bei dem das Geschlechterverhältnis deutlich zur femininen Fraktion gewichtet war: Rea Garvey, hochgradig radiokompatibler Pop-Rocker mit Kuschelambitionen, machte der Hansestadt seine Aufwartung und traf den Nerv der Massen. Gute Unterhaltung – nicht mehr, nicht weniger.

Nach einem dramatischen Opener in fast schon klassisch wagnerscher Dramaturgie sank der transparente Vorhang auf den Bühnenboden und der Ire ging ungebremst zum Tagesgeschäft über: Mit der aktuellen Single „Wild Love“ traf er den richtigen Ton getroffen und hatte das Auditorium auf seiner Seite. Flott ging‘s weiter mit „Sorry days“ und „Colour me in“. Alles landläufig bekannt aus Funk und Fernsehen, da konnte der 39-Jährige nichts verkehrt machen.

Die Musiker aus Garveys Band machten reichlich Druck und Tempo, agierten dabei überwiegend im Hintergrund. Kaum Freiraum für Soli und Experimente. Es war klar, wer der Star des Abends war. Einzig die Schweizer Soulsängerin Stefanie Heintzmann durfte Garvey als „Special Guest“ und Duettpartnerin für einen kurzen Moment in die zweite Reihe verweisen.

Zwischen den Songs immer mal wieder überzogen lange Monologe des Sängers: Wie gut er sich an Bremen erinnere, dass er glücklich verheiratet sei und dass man Herz und Gefühlen folgen solle. Floskeln und Worthülsen.

Rea Garvey sang sich munter, aber ohne spürbare Leidenschaft durchs Programm – „Save a live“,  „Heart of an enemy“, Hole in my heart“ … Hit reihte sich an Hit. Klar, „Can’t stand the silence“ durfte nicht fehlen. Abwechselnd gingen die Hände und die Feuerzeuge in die Höhe. Ein gewichtiger Anteil des Repertoires war Balladen und akustischen Songs für die Schmusebedürftigen vorbehalten. Den Schluss eines unterhaltsamen Konzertabends markierte bedeutungsvoll „This is the end of the show“, bevor Rea Garvey seine Anhänger im Zugabenteil zum zweiten Mal mit dem aktuellen Hit „Wild Love“ beglückte.

Wem die freie Sicht auf das Dargebotene nicht vollkommen mit Euphorie verstellt war, dem entging nicht, wie mainstream-orientiert und massenkompatibel sich die Show den Marketinginstrumenten der Branche unterwirft. In seinen Kompositionen orientiert sich Garvey zielstrebig an allen angesagten Genres. Sie folgen einem sich ständig ähnelnden Spannungsbogen. Bewährtes und aktuell Erfolgreiches wird munter zusammengemixt, mit Melancholie unterlegt und gnadenlos dem Kommerz geopfert.

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