Drogen gegen Informationen: Polizisten vor Gericht

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Über Jahre hinweg sollen die beiden Beamten beschlagnahmte Drogen an Informanten weitergegeben haben.

Bremen - Zwei Bremer Polizisten haben Verbrechen verhindern wollen und dabei vermutlich selbst das Gesetz gebeugt. Die Beamten sollen kleine Mengen von beschlagnahmten Drogen abgezweigt und an Informanten aus der Szene weitergegeben haben.

Seit Dienstag müssen sich die beiden 39-Jährigen in der Hansestadt vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Strafvereitlung im Amt vor. Am ersten Prozesstag wollten die Angeklagten sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Bei einer Verurteilung droht ihnen eine Haftstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren. Die Verteidiger kritisierten die Ermittlungen als übertrieben. Die Staatsanwaltschaft habe bereits vor Beginn des Verfahrens zwei Anklagepunkte wieder fallen lassen müssen.

Der Anklageschrift zufolge gaben die Polizisten zwischen 2003 und 2008 mehrmals unerlaubt Drogen als Gegenleistung an Informanten ab. „Die Angeklagten erhofften sich dadurch Hinweise, die zur Aufklärung von Straftaten führen“, sagte Staatsanwalt Oliver Kraft. In einem Fall sollen sie 300 Gramm Cannabis in ihrem zivilen Streifenwagen überreicht haben. In anderen Fällen handelte es sich um kleinere Mengen, um Joints oder ein Heroin-Gemisch. Außerdem wird den beiden Fahnder vorgeworfen, teilweise keine oder zu milde Strafanzeigen gestellt zu haben, wenn sie Informanten mit Rauschgift erwischten. Eine Kontaktperson soll sogar zu einem Drogendeal angestiftet worden sein.

Die Anschuldigungen hatten vor zwei Jahren für viel Aufregung gesorgt. Bereits im Frühjahr 2007 sollen Kollegen von der Innenrevision gegen die Beschuldigten ermittelt haben. Sie vernahmen einige Beamte, legten den Fall dann aber zu den Akten. Nachdem ein Drogensüchtiger im Herbst 2007 die Polizisten erneut belastet hatte, schaltete sich das Landeskriminalamt Niedersachsen ein.

Die Fahnder durchsuchten die Wohnungen und Diensträume von mehreren Verdächtigen. Dort entdeckten sie neben Rauschgift auch eine halbautomatische Pistole und Munition, für die die Polizisten keinen Waffenschein besaßen. Die beiden Hauptverdächtigen sind seitdem vom Dienst suspendiert. Gegen zwei andere Männer verhängte das Amtsgericht einen Strafbefehl. Die übrigen Verfahren wurden jedoch eingestellt.

Die Verteidiger bezeichneten das Verfahren als überzogen. „Die erhobenen Vorwürfe sollen nicht bagatellisiert werden“, sagte Anwalt Helmut Pollähne. Dennoch habe es Verdächtigungen gegeben, die sich nicht erwiesen hätten. An den beiden Beamten werde ein Exempel statuiert, das der ganzen Polizei als Warnung dienen solle.

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