Anstieg linksextremistisch motivierter Anschläge

Polizeistatistik: Weniger Einbrüche und Raubüberfälle in Bremen

Bremen - Die gute Nachricht: Es gibt deutlich weniger Einbrüche und Raubüberfälle in Bremen. Allerdings sorgt sich die Polizei um einen Anstieg linksextremistisch motivierter Brandanschläge.

Die Zahl der Straftaten im Bundesland Bremen ist in vielen Bereichen rückläufig. Vor allem Eigentumsdelikte seien 2017 analog zum Bundestrend stark gesunken, erklärte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag. In Bremen wurden 13,5 Prozent weniger Wohnungseinbrüche inklusive Versuche registriert, in Bremerhaven waren es sogar 25,9 Prozent weniger. Im Vergleich zu 2016 sanken in Bremen und Bremerhaven die Fallzahlen um 10.728.

Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung sieht der Innensenator aber keinen Grund, sich zurückzulehnen. "Es bleiben genügend Herausforderungen, denen wir uns weiter Tag für Tag stellen müssen", sagte der Sozialdemokrat bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr.

Raubüberfälle gingen in der Hansestadt Bremen um 19 Prozent auf 868 Taten zurück. Zehn junge, ausländische Intensivstraftäter wurden in den vergangenen Monaten in ihre Heimatländer abgeschoben, weitere sieben sitzen in Bremen in Strafhaft oder U-Haft.

Anstieg linksextremistisch motivierter Anschläge

Sorgen bereitet der Bremer Polizei ein Anstieg linksextremistisch motivierter Anschläge. 2015 gab es zwei Brandanschläge, 2016 vier, 2017 sieben und im laufenden Jahr schon drei, sagte Bremens Polizeipräsident Lutz Müller dem "Weser-Kurier" am Freitag. "Wir glauben auch, dass die Qualität dieser Anschläge gestiegen ist", sagte Müller. Von Politikern gleich welcher Couleur erwarte er, dass sie sich von politisch motivierten Gewalttaten von rechts wie von links klar abgrenzten und Stellung bezögen. "Das wäre für mich die erste präventive Maßnahme. Und da fehlt mir in Bremen eine geschlossene Haltung."

Der Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG, Jürn Schulze, lobte ausdrücklich die deutlichen Worte Müllers. Er habe klar angesprochen, wo auch aus Sicht der Gewerkschaft Probleme in Bremen und vielleicht sogar in Deutschland lägen: "Sobald eine rechtsextreme Tat bekannt wird, stürzen sich alle Seiten darauf und ächten diese zu Recht. Bei vermeintlich linken Taten ist die Zurückhaltung dagegen sehr groß, obwohl diese qualitativ unseren Rechtsstaat in gleicher Weise gefährdet."

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