215 Feuer registriert

Im Jahr 2017 fast doppelt so viele Brände in Bremerhaven

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Ein Brand brach am 11. April 2017 in einem Mehrfamilienhaus in Bremerhaven aus.

Bremerhaven - In Bremerhaven sind 2017 fast doppelt so häufig Einsatzkräfte zu Bränden ausgerückt wie im Jahr zuvor. Insgesamt registrierte die Polizei 215 Feuer (2016: 114), wie ein Polizeisprecher sagte.

Zweidrittel der Brände brachen im Norden der Stadt aus, vor allem im sozial benachteiligten Stadtteil Lehe. In 136 Fällen (2016: 68) wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie viele Feuer durch vorsätzliche Brandstiftungen verursacht wurden, konnte die Polizei nicht beziffern. Es stünden noch zahlreiche Gutachten aus. 

Im Juni 2017 hatte die Polizei die Soko Feuer eingerichtet. In Lehe waren immer wieder Abfälle in Hausfluren, Müllcontainer oder leerstehende Parzellen in Flammen aufgegangen. Bei einem der verheerendsten Feuer wurden im April 13 Menschen verletzt. Einige Bewohner retteten sich mit Sprüngen aus dem Fenster.

15-Jähriger angeklagt

Die Staatsanwaltschaft klagte einen 15-Jährigen wegen versuchten Mordes und Brandstiftung an. Er soll nach ihrer Auffassung vier weitere Feuer verursacht haben. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß, weil das Landgericht Bremen keinen hinreichenden Tatverdacht sah. 

Bei vielen Brandstiftungen seien die Täter unbekannt, sagte Oberstaatsanwalt Oliver Constien. Spuren würden meist verbrennen oder durch Löschwasser zerstört. Zeugen gebe es oft nicht. Die Tatmotive seien somit unbekannt. 

Allerdings zeige sich, dass vor allem dort gezündelt werde, wo sich Tatgelegenheiten böten. „Dort wo Unrat steht und freier Zugang besteht, ist das Risiko eines Brandes höher, als dort wo das nicht der Fall und die soziale Kontrolle stärker ist“, sagte Constien.

dpa

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