Polizei schleppt mehr als 30 Autos ab

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollen die Freimarktsbesucher zum Volksfest kommen. Parkplätze gibt es rund um die Bürgerweide kaum. Bremens Busse und Bahnen sind derweil wieder mit Freimarktsfähnchen geschmückt. Foto: KUZAJ

Bremen – Ischa Freimaak? Ischa Parkplatznot! Und diese Not hat Folgen. Schon an den ersten beiden Freimarktstagen hat die Polizei rund um die Bürgerweide mehr als 30 Autos abschleppen lassen. Zudem wurden 643 Verkehrsverstöße geahndet.

„Viele Autofahrer ignorierten Verkehrsschilder wie ,Verbot der Einfahrt‘ oder parkten auf Geh- und Radwegen“, so Polizeisprecher Nils Matthiesen am Sonntag. In aller Klarheit fügte er an: „Ein Verbot der Einfahrt bedeutet ein Verbot der Einfahrt.“

Es handelt sich bei dem Thema auch um eine Sicherheitsfrage, so Matthiesen: „Um die uneingeschränkte Zufahrtmöglichkeit von Rettungs- und Einsatzfahrzeugen gewährleisten zu können, ist es nötig, dass die per Halteverbot gekennzeichneten Bereiche in jedem Fall freigehalten werden.“ Auch an den nächsten Freimarktstagen werde es „konsequente behördliche Überwachungsmaßnahmen“ geben – sprich: weitere Kontrollen.

Dennoch: Autofahrer, die Parkplätze suchen, sind rund um das Volksfestareal regelmäßig zu beobachten – so zum Beispiel am Sonnabendnachmittag: Eine Familie aus Diepholz steigt aus dem Auto. Sie hat einen Parkplatz an der Findorffallee ergattert. „Wir haben schon beim Standesamt gesucht“, sagt der Familienvater. Viel sei in der Gegend nicht frei. „Hier ist ein Auto rausgefahren. Da haben wir Glück gehabt.“

Zum Freimarkt will das Trio nicht, sondern Bekannte besuchen. So richtig Glück haben die Diepholzer aber wohl doch nicht gehabt, denn nur Anlieger haben hier Zufahrt.

Autos mit verschiedensten Kennzeichen aber sind abgestellt. Bald treffen vier Abschleppwagen eines privaten Dienstleisters ein. „Hier darf keiner parken. Es wohnt hier ja auch keiner“, sagt der Mitarbeiter. Lediglich die Schausteller dürften ihre Autos hier abstellen, müssten sie aber auch kennzeichnen.

Der Mitarbeiter wird in eine Diskussion mit einer Frau verwickelt, die den Bürgerpark besuchen will. Sie fragt, wo sie denn sonst parken soll. Tatsächlich ist in der Gegend alles zugeparkt. Im Parkhaus im „City Gate“ vor dem Hauptbahnhof hingegen sind zumindest am frühen Nachmittag noch Plätze frei. Schließlich beschließt die Frau, wegzufahren. „Muss ich ja“, sagt die Mittvierzigerin aus Grasberg. Bald soll die Polizei eintreffen. „Wir besprechen dann, ob wir heute nur Präsenz zeigen oder ob wir abschleppen“, sagt ein Mitarbeiter des Abschleppunternehmens.

Nachdem es in den vergangenen Jahren massive Probleme mit Falschparkern in den Findorffer Wohnstraßen in Freimarktsnähe gegeben hat, gilt in diesem Jahr erstmals ein neues Verkehrskonzept. Morgen wollen Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) und Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) eine erste Bilanz ziehen.  kuz/mko

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