Polizei und Gericht: Dauerthema Prävention / Innensenator verbietet „Kultur- und Familienverein“

Ein Wahrzeichen verschwindet aus dem Blickfeld

Auf und ab – die Kogge führte es vor.
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Auf und ab – die Kogge führte es vor.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ja, man kann mal untergehen. Man muss dann aber auch wieder auftauchen. Nein, nicht von Werder Bremen ist hier die Rede. Sondern vom Koggen-Nachbau an der Schlachte.

Das maritime Wahrzeichen ist verschwunden. Jedenfalls aus dem Blickfeld. Am 28. Januar war die „Roland von Bremen“ gesunken. Am Folgetag wurde das Schiff leergepumpt und so vom Grund der Weser gehoben – extremes Niedrigwasser machte den spektakulären Einsatz möglich.

Ein Stromausfall hatte in einer Frostnacht dafür gesorgt, dass ein Seeventil einfror. Der folgende Wassereinbruch führte zum Untergang des 24 Meter langen Schiffs, weil die automatischen Lenzpumpen nicht funktionierten.

Und jetzt? Der Beschäftigungsträger Bras („Geschichtenhaus“ im Schnoor) hat Interesse an Übernahme und Betrieb der Kogge – und würde das Schiff sogar von der Reederei „Hal över“ geschenkt bekommen. Entschieden ist aber noch nichts. Die Kosten...

Hätte sich der Untergang verhindern lassen? Hm. Manche Straftat aber lässt sich verhindern – zum Beispiel durch Prävention. Kaum noch eine Polizeimeldung, die ohne Präventionshinweis verbreitet wird – Schutz vor Trickdieben, Schutz vor Ladendieben, Schutz vor Taschendieben.

Manches aber war dann doch nicht zu verhindern.

Beim „Public Viewing“ während des Endspiels der Fußball-WM soll ein 22-Jähriger auf einen 19-Jährigen eingestochen haben – im Kino „Cinemaxx“ neben dem Übersee-Museum. Im November hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 22-Jährigen erhoben. Sie wirft ihm Totschlag vor.

Szenenwechsel. Ende Mai hat das Landgericht das Urteil im Prozess gegen vier Ex-Mitglieder des verbotenen Rockerclubs „MC Mongols Bremen“ gesprochen – unter Polizeischutz. Die Richter verurteilten den früheren Chef (41) des Clubs zu sechs Jahren, zwei weitere Männer (33, 45) zu jeweils fünf Jahren und sechs Monaten Haft – wegen bandenmäßigen Drogenhandels in nicht geringen Mengen. Ein weiterer Angeklagter (40) wurde freigesprochen. Apropos – die „Mongols“ bleiben verboten. Im Juni hat das Oberverwaltungsgericht eine Klage des Clubs abgewiesen.

Im März geriet der „Kultur- und Familienverein“ in Gröpelingen (öffentlich) in den Verdacht, junge Männer zu radikalisieren – Stichwort Salafismus. Anfang Dezember hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) den Verein verboten. Mit einem Großaufgebot durchsuchte die Polizei das Vereinsheim sowie 17 Wohnungen von Mitgliedern. Es sei das erste Mal, dass in Deutschland ein Unterstützerverein der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) verboten wird, hieß es weiter. Der Verein, so Mäurer, sei seit seiner Gründung 2008 beobachtet worden.

Ende Juli verurteilte das Landgericht eine Altenpflegerin, die gegenüber einer 84-jährigen Heimbewohnerin gewalttätig geworden war, zu sechs Monaten Haft auf Bewährung – im Berufungsverfahren. Die Pflegekraft war zunächst im August 2013 vom Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert. Gewalt in der Pflege – der Fall hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht.

Eingestellt hat die Staatsanwaltschaft im Oktober das Verfahren gegen einen Polizisten wegen eines Einsatzes in der Disco „Gleis9“. Der Einsatz gegen einen aggressiven Gast sei in Anbetracht der Gefahrenlage verhältnismäßig gewesen, hieß es.

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