Aus Slowenien direkt auf den Schrott

Lkw-Kontrolle: Polizei zieht „tickende Zeitbombe“ aus dem Verkehr

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Bis auf den Metallmantel runter: Ein Reifen des Sattelzugs, den die Polizei am Mittwoch aus dem Verkehr ziehen musste.

Bremen - Bei einer Verkehrskontrolle auf der Autobahn 1 haben Polizisten aus Bremen am Mittwoch einen in Slowenien angemeldeten Lkw direkt aus dem Verkehr gezogen. Die Beamten stellten insgesamt 37 teils „äußerst gravierende Mängel“ fest.

Die Polizisten der Verkehrsbereitschaft notierten die technischen Mängel am Sattelzug-Gespann. Unter anderem war die komplette Bremsanlage des Anhängers nicht mehr funktionstüchtig und ein Längsträger, der für die Stabilität des Anhängers ausschlaggebend ist, gebrochen, heißt es in einer Mitteillung.

Darüber hinaus wiesen fünf Reifen laut Polizei keine ausreichende Profiltiefe mehr auf und waren zum Teil bis auf den Metallmantel (Karkasse) abgefahren. Zudem wurde an der Abgas-Nachbereitung manipuliert, so dass kein „AdBlue“, eine spezielle Harnstofflösung für Dieseltreibstoff, zugeführt werden konnte und das Fahrzeug nicht mehr die angegebene Euro Norm 5 erreicht, sondern auf die Euro Norm 0 zurückfällt. Die Folge: eine Maut-Nachzahlung von mehreren Tausend Euro. Das Stilllegen des Lastwagens führte somit zum Ende „einer erheblichen Mehrbelastung durch krebserregende Stickoxide für die Umwelt“.

Der Längsträger des Anhängers sorgt normalerweise für Stabilität. Am Lkw war er allerdings gebrochen.


Zusätzlich stellten die Experten fest, dass die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) im Fahrzeugschein nicht mit der eingravierten Nummer des Anhängers übereinstimmte. Der Anhänger war tatsächlich bereits seit März abgemeldet. Dies stellt eine Urkundenfälschung dar, teilte die Polizei mir. Der serbische Fahrer musste bereits vor Ort eine Sicherheitsleistung in Höhe von knapp 1400 Euro hinterlegen.

Darüber hinaus kommen noch die Kosten für die technische Überprüfung von 300 Euro dazu. Der Sattelanhänger wurde direkt verschrottet und die Sattelzugmaschine mit einem Trailer nach Slowenien zurückgebracht. Nach Aussage des technischen Prüfers handelte es sich um eine tickende Zeitbombe auf der Straße.

Nicht ganz so schlimm - aber immer noch bemerkenswert - lief eine weitere Kontrolle: Im Verlauf des Tages stieß die Polizei bei einem Autotransporter aus Rumänien allerdings auch auf erhebliche Mängel. Bei diesem mussten im Endeffekt aber nur insgesamt vier Reifen ausgetauscht und die Bremsanlage repariert werden.

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