Erst beim 911er, dann als Sixdays-Sieger

Sixdays-Finale: Nils Politt wirft zweimal den Turbo an

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Verklärter Blick: Sieger Kenny de Ketele (li.) kam offenbar gut mit seinem neuen Partner Nils Politt klar.

Bremen - So ausdauernd Nils Politt bei den ellenlangen Klassikern auf der Straße ist – so ausdauernd gab er nach seinem Sieg bei den 56. Bremer Sixdays (zusammen mit dem nun dreifachen Bremen-Sieger Kenny de Ketele) auch Interviews.

Als er eine der vielen Fragen mit einem breiten Lächeln beantwortet hatte, schweifte sein Bild nach oben – zur Galerie aller Paare, die jemals in Bremen gewonnen haben. 1986 tauchte da der Namen Josef Kristen auf, der zusammen mit „Didi“ Thurau triumphiert hatte. Politt war fassungslos: „Ich muss von der Tafel unbedingt ein Bild machen und es ihm gleich schicken. Jupp ist in Köln im gleichen Verein wie ich. Und jetzt bekomme auch ich bald so eine Tafel. Super.“

Super war auch Politts Auftritt am Finaltag am Dienstag. Und dabei warf er gleich zweimal den Turbo an. Das erste Mal schon kurz nach Mittag. Der 25-jährige, der Schnellsein durchaus in allen Lebenslagen mag, bekam vom Porsche Zentrum Bremen einen 911er Turbo für eine Spritzfahrt zur Verfügung gestellt. „Das ist ein geiles Teil. Ich bin damit sofort auf die Autobahn und hatte richtig Spaß“, erklärte der Kölner. Damit nicht genug: In Kürze hat er die Chance, auf dem belgischen Rennkurs in Zolder mal mit einem „Geschoss“ aus dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) einige schnelle Runden zu drehen.

Aber zurück zum Turbo: Den zweiten zündete der lange 80-Kilo-Mann dann auf der Holzpiste in der ÖVB-Arena. Vor der finalen Jagd kamen noch sechs Teams für den Sieg in Frage – so viele wie schon ganz, ganz lange nicht mehr. Zunächst bestimmte vor allem der Niederländer Wim Stroetinga die Szenerie und hielt mit Partner Nico Selenati lange Zeit seinen Rundenvorsprung. Dann aber ging dem Paar der Sprit aus. Kurz vor Ende der letzten Jagd gab Politt noch einmal richtig Gas und fuhr mit de Ketele tatsächlich den Rundengewinn heraus. Der hätte schon zum Gesamtsieg gereicht, aber Politt wollte mehr und forderte de Ketele auf, zur Doublette anzusetzen. Der Belgier schaute seinen Partner zunächst ungläubig an und meinte später: „Klar. Letztlich war das eine gute Idee, aber es hat mir auch richtig Schmerzen bereitet. Mit Nils war es eine große Herausforderung. Aber es hat auch Spaß gemacht.“

Druckbetankung: Nils Politt und sein Mechaniker, der offenbar ganz heiß drauf ist.

Dass nach Iljo Keisse im Vorjahr nun wieder ein guter Straßenfahrer Teil des Siegerteams war, kam für Politt (2019 Zweiter beim Klassiker Paris-Roubaix) nicht so unerwartet: „Auf der Straße sind wir noch viel längere Distanzen gewohnt. Deshalb hatte ich vielleicht am Ende gegenüber der Konkurrenz noch die besseren Beine. Bei mir lief es von Tag zu Tag besser.“

Nach dem Sixdays-Sieg, seinem ersten bei erst drei Auftritten, ist vor der Straßensaison. Lange Zeit zum Feiern bleibt ihm nicht, denn ab Sonntag geht Politt wieder seinem Hauptjob beim Straßenteam „Israel Start-Up Nation“ (Nachfolger von Katusha) nach. Und dann geht es auf Mallorca mit der Vorbereitung auf die Frühjahrs-Klassiker weiter. Als Kapitän des Klassiker-Teams lastet ein gehöriger Druck auf ihm, „denn es wird schwer werden, die vergangene Saison zu toppen“.

Sixdays Bremen: Das Finale am Dienstag

Sixdays Bremen, Finale, Dienstag
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Der Sieg in Bremen dürfte ihm einen Motivationsschub geben. Die Konkurrenten gaben neidlos zu, im Finale kaum eine Chance gehabt zu haben. Der zusammen mit Morgan Kneisky Zweitplatzierte Theo Reinhardt meinte: „Ich war zwar zwei Tage krank, aber das ist keine Ausrede, warum es nicht mit dem Sieg geklappt hat. Kenny und Nils waren zu stark. Außerdem muss ich mich bei Moritz Malcharek bedanken, der mich während meiner Krankheit toll vertreten hat.“ Für den Madison-Weltmeister geht es nun mit den Sixdays und danach den Weltmeisterschaften in seiner Heimatstadt Berlin weiter.

Übrigens: Den dritten Turbo zündete Politt nicht, denn er ließ sich von Vater Jörg nach Hause kutschieren.

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