„Politik muss entscheiden“

Um die Finanzierung der Leitung des Planetariums ist ein Streit entbrannt

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Von hier wird das Universum gesteuert: der Leiter des Planetariums, Andreas Vogel, am „Regiepult“. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. 23.000 Besucher zieht das Olbers-Planetarium an der Werderstraße in der Neustadt jährlich an. Damit ist es nach eigenen Angaben das erfolgreichste Kleinplanetarium Deutschlands. Dennoch greift die Einrichtung jetzt auf Erspartes zurück. Der Grund: Es gibt eine Auseinandersetzung um die Finanzierung der Stelle des Leiters Andreas Vogel. Diese wird aus dem Topf der Senatorin für Bildung bezahlt.

Das Ressort hat den Planetariumsleiter und Lehrer Andreas Vogel mit 24   Lehrerwochenstunden „ohne Bedingungen“ abgeordnet. Das sei unter anderem vor dem Hintergrund der zu gewährleistenden Unterrichtsversorgung problematisch, so das Bildungsressort auf Nachfrage. Die Bildungsbehörde möchte diese Abordnung also nicht mehr leisten. 

Es sei nicht Aufgabe eines Ressorts für Kinder und Bildung, ein Planetarium zu betreiben, heißt es. Man wolle keine Schließung, sehe aber die Hochschule Bremen in der Pflicht. Diese führe das Planetarium als Einrichtung auf, auch wenn dieses nicht unbedingt organisatorisch eingegliedert sei. Im Juni habe es eine mündliche Einigung mit der Hochschule gegeben. Diese wolle für zwei Jahre die Personalkosten erstatten.

Tatsächlich fallen die Kosten aber zurzeit auf das Planetarium zurück. „Als Zwischenlösung wurde eine auf zwei Jahre befristete Vereinbarung getroffen, dass das Planetarium anteilig die Freistellung bezahlt. Das Geld hierfür ist in den vergangenen 15 Jahren als Rückstellung für eine nötige und umfassende Modernisierung angespart worden“, sagt Vogel. Dauerhaft muss eine andere Finanzierung her.

„Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie.“

Die Hochschule Bremen verweist auf laufende Gespräche, deren Ergebnis man nicht vorgreifen möchte. „Wir suchen nach einer Lösung, um das Planetarium weiterzubetreiben. Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie. Wir sind im Grundsatz optimistisch“, sagt Ulrich Berlin, Sprecher der Hochschule. „Uns ist aber ein Weg angedient worden, den wir so aus rechtlichen Gründen nicht gehen können.“ 

Das Planetarium gehört nicht zur Hochschule, in deren Räumen es sich befindet, sondern zur Olbers-Gesellschaft, einem eingetragenen Verein. Der Hochschul-Sprecher hält eine politische Entscheidung des Landes oder der Stadtgemeinde für unverzichtbar. „Es geht um die Frage, ob Bremen Deutschlands erfolgreichstes Kleinplanetarium weiterführen möchte. Es ist ja auch ein touristischer Faktor“, sagt Berlin. „Wir gehen davon aus, dass die Stadt das will. Dann muss Bremen erklären, wie es sich das vorstellt.“ SPD und Grüne haben Anfragen an den Senat gestellt. Die Bremische Bürgerschaft berät im November über das Planetarium.

Kürzungen nur teilweise ausgeglichen 

Die seit 2007 gängige Praxis, die Abordnung jeweils für ein Jahr zu verlängern, sei ein unwürdiger Zustand gewesen. Seither habe der Planetariumsleiter keine Planstelle mehr. Außerdem sei eine Gehaltsstufe eingespart worden, sagt Vogel. Weitere Kürzungen hat das Planetarium durch eine Stelle für ein freiwilliges kulturelles Jahr ausgeglichen. Freie Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte bezahlt es aus eigenen Einnahmen.

Die Hochschule habe Interesse am Weiterbestehen des Planetariums. Im Rahmen der Nautik-Ausbildung sei es allerdings nur noch von historischem Interesse. „Im Rahmen einer Vorlesung findet darin eine dreistündige Präsentation statt“, sagt Berlin. „Das Planetarium sorgt aber dafür, dass Leute in die Hochschule für Nautik kommen. Sie nehmen uns wahr. Dort liegen unsere Prospekte aus.“

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