„Lyrischer Pfad“ leitet Spaziergänger mit thematischen Versen durch den Bürgerpark Richtung Unibibliothek

Poeten verstehen die Natur besser

Werner Damke (v.l.), Claudia Bodem (Unibibliothek), Heidrun Jaquet (Hochschule für Künste), Dr. Detlev Gross, Maria Elisabeth Müller und Susanne Petzold (Hochschule für Künste) mit „Sofie Bremensis“ in der Bildmitte.

Bremen - Von Ilka Langkowski· „Hier ist es hübsch, hier kann ich ruhig träumen“, beginnen die Verse auf einer Tafel des „Lyrischen Pfades“ im Bürgerpark. Zehn Dichter erzählen in wenigen Zeilen zwischen Park Hotel und Waldbühne von Liebe, Natur und Vergänglichkeit.

„Wir wollen zum Verweilen einladen und zum Nachdenken anregen“, sagte Maria Elisabeth Müller, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, gestern bei der feierlichen Eröffnung des Pfades im Bürgerpark. In Kooperation mit dem Bürgerparkverein und zusammen mit der Hochschule für Künste wurde der zwei Kilometer lange Pfad mit zehn Stationen an der Ostseite des Parks entwickelt. Anlass sind das 350-jährige Jubiläum der Bibliothek und das 145-jährige Bestehen des Bürgerparks.

Die Auszüge aus Gedichten von Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff, Joachim Ringelnatz, Johann Wolfgang von Goethe, Kurt Tucholsky, Eduard Mörike und anderen muten vergnügt, verträumt oder nachdenklich an. „Wir suchen immer nach solch schönen, interessanten Projekten, die alle ansprechen“, sagte Dr. Detlev Gross vom Bürgerparkverein, der sich insbesondere über den lyrischen Pfad freute, weil er, nicht ganz ernst allerdings, in Bremen „eine gewisse Distanz zu gelehrten Berufen“ ausmachte, die er an einer Anekdote über die durch Handel geprägten Traditionen festmachte: „Sagt eine Bremerin zur anderen: ‚Mein Sohn studiert.‘ Erwidert die andere: ‚Naja, dann hat es zum Kaufmann wohl nicht gereicht.‘“ Parkdirektor Werner Damke bemerkte, dass ein Parkdirektor hingegen immer auch ein kleines bisschen Lyriker sein müsse.

Eine lyrische Performance gab „Sophia von Bremensis“ im Gewand einer weisen Närrin. Sie gilt als Schatzmeisterin des Wissens und Schutzpatronin der Bibliothek. Zu Lebzeiten soll Sophia die Muse von Melchior Goldast von Haiminsfeld gewesen sein und diesen für die Literatur begeistert haben. Goldast besaß eine der bedeutendsten Privatbibliotheken seiner Zeit. Während des Dreißigjährigen Krieges lagerte er die Sammlung im Katharinenkloster ein. Nach seinem Tod erwarb der Rat der Stadt 1646 die rund 2 000 Bände.

Vor 350 Jahren, im Jahr 1660, wurde die „Bibliotheca Bremensis“ eröffnet. Sie vereinigte Rats- und Schulbibliothek sowie die Goldastbestände. Damit verfügte Bremen über eine zeitgemäße, konfessionell und humanistisch geprägte Bibliothek. Ende des 18. Jahrhundert erhielt die Bibliothek den Namen „Stadtbibliothek“.

WWW.

suub.uni-bremen.de

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