Platz mit „Wow-Effekt“

Umweltschützer planen Insektenschaugarten am Bremer Weserwehr

Eine Heimat für Bienen und Co. wollen Heike Schumacher und Michael Kinder im Insektenschaugarten schaffen. Die Pläne dafür sind bereits fertig. Foto: KOLLER

Schwindender Lebensraum, Monokulturen und Klimafaktoren führen seit Jahren zum massenhaften Aussterben von Insekten. Dabei sind diese so wichtig, nicht nur für die Pflanzenwelt weltweit, auch in Bremen braucht es Wildbienen, Fliegen und Co., um das natürliche Gleichgewicht in der Waage zu halten. Der Landesverband Bremen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) setzt sich dafür ein und plant einen „einzigartigen Insektenschaugarten“ am Weserwehr. Am Mittwoch stellten die Verantwortlichen ihre Idee vor.

Bremen - Bislang ist dort nicht mehr als Wiese zu finden. Ein paar sandige Stellen schauen zwischen den Grasbüscheln hervor. Umrahmt von Fahrradwegen, ist es eine Wiese, wie man sie zuhauf kennt aus dem Bremer Stadtgebiet. Das könnte sich sehr bald ändern. Auf dem rund 800 Quadratmeter großen Areal (gepachtet von der SWB AG) zwischen Fischtreppe, Ausflugslokal und Weserufer soll, so die Pläne der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Bremer BUND, Heike Schumacher, und Michael Kinder vom Verein „Naturgarten“, bald ein Insektenschaugarten entstehen. Ein einzigartiges Projekt, für das die Initiatoren nun Geld sammeln.

Beliefen sich die ungefähren Kosten nach einem ersten Beteiligungsverfahren im September 2019 noch auf etwa 80 000 Euro, so veränderten die Ideengeber das Konzept über die Monate und legten einen Plan vor, mit dem sich das Projekt auch für rund 40 000 Euro umsetzen ließe, so Michael Kinder. Dieses Geld wolle man nun über Spenden und Stiftungsmittel einwerben – erst dann kann mit dem Bau des für Bremen bislang einmaligen Schaugartens begonnen werden, machte Schumacher klar.

Mehrere Bereiche für verschiedene Kleinsttiere

Und so könnte er aussehen: Nach dem Plan soll es auf dem Gelände mehrere Bereiche für verschiedene Kleinsttiere geben. Auf Sand- und Schotterflächen könnten Sandbienen, Grab-, aber auch Knoten- und Wegwespen eine Heimat finden, auf Wildblumenwiesen würden sich die verschiedensten Arten von Schmetterlingen, Mücken- oder Fliegenarten und Käfern heimisch fühlen und Nistplätze finden sowie ein breites Angebot an Nahrung. Zudem beinhaltet der Plan das Anpflanzen von unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern, das Ablegen von Totholz und das Errichten von Trockenmauern, die besonders für Spinnenarten nützlich seien, betont Michael Kinder. Des Weiteren sehen die Skizzen „wilde Ruhezonen“ vor, die besonders für Arten von Vorteil seien, die für ihre Entwicklungsstadien ungestörte Phasen benötigen. Beispiele hierfür seien unter anderem Schmetterlinge, Spinnen und Schlupfwespen. Letztlich, so Kinder, soll ein Platz mit „Wow-Effekt“ entstehen, „ein Ort, der bunt, verwegen, blühend und kraftvoll ist“.

Doch das Ganze soll nicht nur schön anzusehen sein, sondern auch etwas lehren. Den Initiatoren schweben dabei unter anderen Workshops zu den Themen „Naturnahes Gärtnern“ und „Insektenschutz in der Stadt“ vor. Diese könnte direkt im Insektengarten oder im benachbarten Lokal stattfinden. „Der Wirt hat schon sein Einverständnis gegeben“, so Schumacher.

Weitere Informationen unter:

www.bund-bremen.net

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