Hochhaus schafft Freifläche 

Auf ehemaligem Bundesbankgelände entstehen 170 Wohnungen

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Blick von der Ecke Salvador-Allende-Straße/Kohlhökerstraße auf den geplanten Neubau. Das 14-geschossige Hochhaus soll von hier aus kaum zu sehen sein.

Bremen - Von Ralf Sussek. Wo einst das Geld regierte, soll nun ein Wohnquartier entstehen: Auf dem Gelände rund um das ehemalige Bundesbank-Gebäude an der Kohlhökerstraße sind 170 Wohnungen in parkähnlicher Umgebung geplant, heißt es beim Projektentwickler Evoreal. Gestern Abend wurde der Siegerentwurf der Hamburger Architekten Schenk + Waiblinger in der Kohlhökerstraße 29 öffentlich vorgestellt.

Rund 7 000 Quadratmeter ist das Areal groß, das Evoreal erworben hat. Das einstige Grundstück der Deutschen Bundesbank befindet sich in bester Bremer Innenstadtlage und fungiert als Bindeglied zwischen Bahnhofsvorstadt und Ostertor-Viertel.

„Der Siegerentwurf von Schenk + Waiblinger hat die Potenziale des Gebiets erkannt und diese in der Konzeption umgesetzt. Durch die Konstruktion eines zweiten erhöhten Baukörpers, der entlang der bereits bestehenden Blockrandbebauung platziert wird, entsteht im Innenhof 40 Prozent mehr Freifläche gegenüber der vorhandenen Bebauung, die parkähnlich angelegt wird“, sagt Evoreal-Geschäftsführer Frank Stern. Mit anderen Worten: Durch das Hochhaus können sich die Planer mehr Freiflächen leisten, zum Ostertorviertel hin passt sich der Komplex der vorhandenen Bebauung an. Ziel des Projekts sei es, urbanen Wohnraum zu schaffen mit Gemeinschaftsflächen, Erholungs- und Spielmöglichkeiten, die sich nach Norden hin öffnen und so eine Wegbeziehung zur Innenstadt schaffen, heißt es.

Abriss und Neubau bis 2022

Das dürfte frühestens im Sommer 2022 der Fall sein. Bis dahin muss das alte Bundesbankgebäude abgerissen und ersetzt werden, unter anderem durch den 14-geschossigen Hochbau, der eine Verbindung zu den „bereits bestehenden städtbaulichen Strukturen“ herstellen soll, so Stefan Fleischhaker, geschäftsführender Gesellschafter von Schenk + Waiblinger.

Der geplante Neubau auf dem Bundesbank-Areal an der Kohlhökerstraße – vom Fuß und Radweg (Imre-Nagy-Weg) zwischen Salvador-Allende-Straße und Präsident-Kennedy-Platz aus gesehen.

Neben den rund 170 Wohnungen wird etwa die gleiche Anzahl an Stellplätzen geschaffen. Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther sieht in dem Projekt von rund 60 Millionen Euro Investitionsvolumen einen „weiteren wichtigen Schritt in der Bremer Wohnraumentwicklung“. Dass der Komplex auf dem Gelände entsteht, das einst für die sogenannte Mozarttrasse freigemacht werden sollte, hat für Reuther Symbolkraft.

Ortsamtsleiter Hellena Hartung findet die Entstehung eines neuen Wohnquartiers an dieser Stelle „toll“. Über das Hochhaus werde jedoch „auf jeden Fall gestritten werden“, ist sie sich sicher. Laut Stern tragen die unmittelbaren Anwohner das Vorhaben aber mit.

Ende vergangenen Jahres hat Evoreal das Grundstück von der Deutschen Bundesbank gekauft. Das Gebäude aus den 70er Jahren soll in diesem Herbst, spätestens im Frühjahr 2020, abgerissen werden. Allein dafür werden sechs Millionen Euro kalkuliert. Der Neubau soll bis 2022 fertiggestellt sein. Von den 170 Ein- bis Vierzimmer-Wohnungen wird ein Viertel mit öffentlicher Förderung vermietet. Die Penthouses werden im 14-geschossigen Hochbau platziert.

sk

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