Urgestein „Natz“ verkauft nach 34 Jahren das „Aladin“ / Neue Betreiber

Ein Platz an der Theke bleibt

Zeit für Abschied und Neuanfang: Bernhard Linnenbaum (l.) übergibt zum Juli seine Hemelinger Kultdiscothek „Aladin“ an Elisabeth und Werner Gerdes, die seit drei Jahren das „Shagall“ in Bremen betreiben.

Bremen - Von Corinna LaubachSo einfach kann die Antwort sein. „Ich mach jetzt Rente“, grinst Bernhard Linnenbaum, den alle nur „Natz“ nennen. 34 Jahre lang hat er das Hemelinger „Aladin“ geführt. Zum 1. Juli ist Schluss. Das Urgestein tritt ab.

Dieser Mann ist eine echte Type. Langer Zopf, Lederweste, immer schlagfertig. Er hat das „Aladin“ zu einer echten Adresse ausgebaut. Kaum ein Partygänger zwischen 20 und 60 Jahren, der die Discothek und Konzerthalle nicht kennt. Und das bis weit über die Grenzens Bremens hinaus. Die „Aladin Music Hall“ ist unter Linnenbaum zu einer der führenden Veranstaltungsadressen Deutschlands gewachsen. Seit der Eröffnung 1977 haben mehr als 1 000 Bands über 2 000 Konzerte gegeben – in einer wilden Mischung von Andrea Jürgens über Black Sabbath und „Die Ärzte“ bis zu Eric Burdon und Peter Maffay.

Plagt ihn nach all dieser Zeit in seinem Haus keine Spur von Abschiedsschmerz? „Natz“ sagt aus voller Brust: „Nein!“. Und schaut auf Werner und Elisabeth Gerdes, seine Nachfolger. „Ich bin überzeugt, dass es hier gut weitergeht. Die beherrschen das Metier.“ Dass die drei zusammengekommen sind, bezeichnet das Trio einmütig als „göttliche Fügung“. Seit drei Jahren führt das Unternehmerpaar aus Wildeshausen die Bremer Disco „Shagall“ unweit des Hauptbahnhofs. Der langgehegte Wunsch vom Schritt in die Erlebnisgastronomie war getan, sagt Werner Gerdes, gelernter Kaufmann mit großem Spaß an Geselligkeit. Mit der Übernahme des legendären „Aladin“ treten die 46-Jährigen in große Fußstapfen – vor denen sie zwar Respekt, aber keine Angst haben. Alle 55 Mitarbeiter werden übernommen. Um es vorwegzunehmen, Änderungen wird es nur mit Bedacht geben, Partygänger können sich weiterhin auf etablierte Reihen wie die „Rabenschwarze Nacht“ oder „Aladin rockt“ freuen. „Das Haus wird sich mit uns verändern, aber wir werden den Charakter des Objekts erhalten“, sagt Elisabeth Gerdes. Gut 2 500 Quadratmeter Veranstaltungsfläche fasst das „Aladin“, verteilt auf unterschiedliche Räume. Das Ambiente von urig bis klassisch schön will das neue Betreiberpaar vor allem für neue Reihen nutzen. So soll es wieder regelmäßig unterschiedliche Live-Bands an einem Abend geben. Auftakt ist mit der „Aladin-Nacht“ am 3. September.

Neben einer guten Party steht für Werner und Elisabeth Gerdes das Gesellige im Vordergrund. Und dazu gehört auch das Essen. Künftig soll es in dem Veranstaltungshaus vermehrt Events geben, bei denen zuvor zum Büfett gebeten wird. Erfolgfreich laufen seit einigen Jahren bereits Kohlessen – das hätte „Natz“ sich vor gut zehn Jahren nicht träumen lassen. Ausgebaut werden soll dies mit (Firmen-)Weihnachtsfeiern. Und auch die Abiturienten hat das Unternehmerpaar im Blick. Im schönen Tivoli-Saal schwebt ihm eine Mischung aus würdevoller Zeugnisverleihung und großer Party vor.

Und „Natz“? Der freut sich auf entspannte Abende auf der anderen Seite der Theke. So ganz will und kann er dem „Aladin“ nicht den Rücken kehren. Er wird gebührend verabschiedet. Am 2. Juli gibt es die „Nacht des Wechsels“.

http://www.aladin-bremen.de

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