Plädoyers im Prozess um Tod nach 51 Messerstichen / Motiv für Tat unklar

Angeklagter soll in Klinik

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Mammadou D. (34) soll auf unbestimmte Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden, so die Forderung des Staatsanwaltes. Ihm wird vorgeworfen, im Mai 2015 seine Ex-Freundin mit 51 Messerstichen getötet zu haben.

Bremen - Von Steffen Koller. Im Totschlag-Verfahren gegen Mammadou D. wurden gestern die Schlussvorträge gehalten. Dem 34-Jährigen wird vorgeworfen, seine Ex-Freundin mit 51 Messerstichen getötet zu haben, Die Staatsanwaltschaft fordert die Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik.

Worum es genau ging bei dem Streit am 17. Mai vergangenen Jahres, der letztlich zum Tod der 48-jährigen Frau aus Lesum führte, weiß das Gericht bis heute nicht. Auch Mammadou D., der seit November auf der Anklagebank sitzt, hat darauf keine Antwort. Es tue ihm leid, sagt der Mann, gebürtiger Ivorer, bei seinen „letzten Worten“. Er bitte um Entschuldigung, übersetzt sein Dolmetscher während des gestrigen Verhandlungstages vor dem Bremer Landgericht.

Kurz davor halten sowohl Staatsanwalt, Nebenklagevertreterin und Verteidiger Andreas Thiel ihre Plädoyers. Es wird klar, dass für den Angeklagten, der seine Ex-Freundin in ihrer eigenen Wohnung getötet haben soll, nur eine mögliche Strafe in Betracht kommt: die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Zur Tatzeit hatte der 34-Jährige rund zwei Flaschen Wodka intus, ein Atemalkoholtest kurz nach der mutmaßlichen Tat ergab 3,2 Promille.

Zwar ist sich der Staatsanwalt sicher, dass D. den Tod der Frau „billigend in Kauf nahm“, doch sei „nicht auszuschließen, dass seine Steuerungsfähigkeit völlig aufgehoben war“. Laut Gutachten leidet D. seit langer Zeit an „einer alkoholbedingten Persönlichkeitsveränderung“. Sein Verteidiger sagte, dass es „unstreitig ist“, dass D. für die Tat verantwortlich gewesen sei. Er hätte ihn deshalb auch nur beim Verfahren „begleiten“ können. Für die Nebenklagevertreterin, die die Eltern der Getöteten vor Gericht vertritt, hat die Hauptverhandlung in erster Linie den Zweck der Wahrheitsfindung gehabt. „Meine Mandanten wollten Antworten, die haben sie bekommen.“ Außerdem habe das „Gesicht der Getöteten gewahrt werden“ soll. Die Anwältin schloss sich den Ausführungen des Staatsanwaltes „vollends“ an. Bis heute ist unklar, warum D. seine Ex-Freundin getötet hat. Kurz vor der Tat, so schilderten es mehrere Zeugen, habe er mehrmals vor dem Haus gerufen, dass er sein Geld wolle. Aber auch persönliche Motive sind bei der Beziehungstat nicht auszuschließen, ergab die Verhandlung. Der Vermieter des Hauses, in dem die Frau lebte, sagte gestern, dass die 48-Jährige seit längerem einen neuen Lebenspartner hatte. Mit ihm habe sie sich nach eigener Aussage eine Zukunft aufbauen wollen.

Aus kriminaltechnischer Sicht spricht vieles gegen den Angeklagten. Am Tatwerkzeug wurden seine DNA-Spuren sichergestellt, Blut der getöteten Frau fanden Ermittler an seiner Kleidung. Das Urteil soll am Montag, 25.Januar, verkündet werden.

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