Kampagne beginnt mit der 85-jährigen Alice Oeßelmann

Der Piks gegen Corona: Impfauftakt in Bremen

„Wollen wir hoffen, dass es besser wird“: Alice Oeßelmann (85) aus dem Seniorenhaus Ansbacher Straße in Findorff ist als erste Bremerin gegen Corona geimpft worden. Anschließend stellte sie sich dem Medienrummel.
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„Wollen wir hoffen, dass es besser wird“: Alice Oeßelmann (85) aus dem Seniorenhaus Ansbacher Straße in Findorff ist als erste Bremerin gegen Corona geimpft worden. Anschließend stellte sie sich dem Medienrummel.

Bremen – In Bremen hat die Corona-Impfkampagne am Sonntag in einem Findorffer Seniorenheim begonnen. Für den Bürgermeister ein „Zeichen der Hoffnung“. Allerdings gibt es erst einmal nur wenig Impfstoff.

  • Alice Oeßelmann (85) als erste Bremerin gegen Corona geimpft.
  • Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert erneut mehr Impfstoff.
  • 14 mobile Impfteams fahren zu den Senioren- und Pflegeheimen.

Alice Oeßelmann aus Findorff hat am Sonntag sehr viel Besuch bekommen, darunter Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Dutzende von Journalisten kamen ebenfalls hinzu, um alles zu dokumentieren. Denn die 85 Jahre alte Bewohnerin des Seniorenhauses Ansbacher Straße ist die erste Bremerin, die gegen Corona geimpft wurde.

„Keine Probleme“ habe es bei der Impfung gegeben, verkündete Oeßelmann der Reporterschar. Und wie war‘s? „Gut!“ Habe sie lange überlegen müssen, ob sie sich impfen lasse? „Nee, überhaupt nicht. Das war alles gut so.“ Und nun kann die Verwandtschaft bald wieder zu Besuch kommen. „Das ist das Ausschlaggebende.“

Bovenschulte, Bernhard und Stahmann betraten das Seniorenhaus übrigens nicht – Schutz der Bewohner, sicher ist sicher. Wie ist die Impfkampagne in Bremen organisiert? Fragen und Antworten zum Piks-Thema.

Wo wurde zuerst geimpft?

Die Bremerin Alice Oeßelmann bei der ersten Impfung in der Hansestadt.

Los ging‘s am Sonntag eben im Seniorenhaus Ansbacher Straße; nicht weit entfernt vom Bremer Impfzentrum auf der Bürgerweide. Der Corona-Impfstoff wurde mit Polizeibegleitung geliefert. Im Haus haben sich – neben dem Pflegepersonal – 27 von 30 Bewohnern impfen lassen, sagte Bürgermeister Bovenschulte. „Mögen ganz, ganz viele Menschen ganz, ganz schnell folgen.“ Die Impfung ist freiwillig und kostenlos. „Hier wird niemand gedrängt oder gezwungen.“ Alle Beteiligten seien sorgfältig aufgeklärt worden. Die Bewohner hätten selbst über die Impfung entschieden – oder, falls das nicht möglich war, die Angehörigen.

Wieviele Bremer wurden am Premierentag geimpft?

14 mobile Impfteams (der Johanniter und des Roten Kreuzes) sollten 500 Menschen erreichen, so Senatorin Bernhard. Ziel sei es, in „vier bis sechs Wochen“ durch die Pflegeheime zu kommen. Die mobilen Teams werden an den Tagen bis einschließlich Silvester etwa 2 000 Menschen in Bremer Pflegeeinrichtungen impfen, heißt es im Gesundheitsressort – 1 300 Bewohner und 600 Beschäftigte.

Wieviel Impfstoff bekommt Bremen?

Bremen verfügt laut Gesundheitsbehörde zunächst über etwa 5 000 Impfdosen. Verimpft wird das kurz vor Weihnachten in der EU zugelassene Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech (und seines US-Partners Pfizer). Die 5 000 Dosen reichen für 2 500 Menschen, da für einen vollständigen Impfschutz nach 21 Tagen ein zweiter Piks nötig ist. Für den Monat Januar erwartet das Gesundheitsressort bis zu 40 000 weitere Dosen für das Land Bremen. Ein Fünftel der Menge geht jeweils nach Bremerhaven. Mit Blick auf die geringen Mengen forderte Bürgermeister Bovenschulte erneut eine Ausweitung der Produktion, da müsse „mehr auf die Tube gedrückt“ werden: „Wir brauchen mehr Impfstoff in Deutschland und in der Welt. Das heißt, die Produktion muss jetzt schnell und deutlich hochgefahren werden. Und wenn das der Markt allein nicht hinkriegt, muss der Staat auch ein bisschen eingreifen.“ Impfen sei wichtig, um zu einem normaleren zurückkehren zu können, sagte Sozialsenatorin Stahmann. Das Impfzentrum in Messehalle 7 auf der Bürgerweide ist noch nicht im Regelbetrieb, weil so wenig Impfstoff kommt.

Zuerst geimpft werden Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie Menschen, die dort arbeiten. Wer kommt dann?

Unter Polizeischutz wird der Impfstoff zu dem Findorffer Seniorenheim gebracht.

Zur ersten Impfgruppe gehören auch Bremer, die älter als 85 Jahre sind und nicht in Pflegeeinrichtungen leben. Um sie zu erreichen, soll es auch Fahrdienste und wohnortnahe „Impfknoten“ geben. Nach Angaben von Sozialsenatorin Stahmann leben gut 30 000 Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren in Bremen.

Kehrt mit dem Beginn der Impfkampagne eine gewisse Sorglosigkeit ein?

Davor warnt Gesundheitssenatorin Bernhard eindringlich. „Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen gelten weiter, es gibt noch keine Entwarnung.“ Und: „Es wird noch einige Monate dauern, bis wir einem großen Teil der Bevölkerung ein Impfangebot machen können.“ Auch Bürgermeister Bovenschulte erklärte, die Impfungen seien nur ein Baustein, um die Pandemie zu beherrschen – und „damit wir uns nicht von einem Shutdown zum nächsten hangeln“.

Wie haben sich die Bremer Coronazahlen über Weihnachten entwickelt?

Das Gesundheitsressort hat für die Feiertage 150 neue Infektionen gemeldet, 118 davon in der Stadt Bremen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg über Weihnachten um vier und am Sonntag noch einmal um zwei auf nunmehr 183 (seit März). Am Sonntag kamen zudem 40 neue Infektionen hinzu. An Sonn und Feiertagen allerdings wird weniger getestet als an anderen Tagen.

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