„Made in Bremen“ will die Marktpräsenz lokaler Produzenten bündeln

Pfiffig und ökologisch

Sie hatten die Idee zu „Made in Bremen“: Stevie Schulze (v. l.), Julia Windhoff und Florian Wolff zeigen einige der Produktboxen, die während des Marktes im Zelt verkauft werden.
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Sie hatten die Idee zu „Made in Bremen“: Stevie Schulze (v. l.), Julia Windhoff und Florian Wolff zeigen einige der Produktboxen, die während des Marktes im Zelt verkauft werden.

Bremen – Es ist eine Premiere, die noch bis Sonnabend auf dem Hanseatenhof, Ansgarikirchhof und in der Lloydpassage läuft. Sie nennt sich „Heimat shoppen“.

Wie shoppt man Heimat? Indem man vor Ort lokale Produkte kauft. Und sie sich ansehen kann. All das bietet der Markt „Made in Bremen“.

Die Idee dazu hatten die Macher Julia Windhoff, Stevie Schulze und Florian Wolff vor mehr als einem Jahr. In Zeiten der Rückbesinnung, der Änderung von Einkaufsgewohnheiten und einer natürlicheren Lebensweise kam die Initiave gut an: Produzenten und Manufakturen, allesamt aus Bremen und umzu, sollen sich ergänzen, vernetzt und gestärkt werden.

Produzenten und Manufakturen

Doch auch diese gute Idee litt unter den Corona-Beschränkungen. Der Lockdown kam zur Unzeit, kurz bevor die Messe „Made in Bremen“, mit rund 110 Ausstellern ausgebucht, in der Überseestadt stattfinden konnte. Sie wurde um ein Jahr verschoben. Nun, nach der Lockerung, wichen Windhoff, Schulze und Wolff auf die Innenstadt aus. Markt statt Messe sozusagen. In kleinen Buden zeigt etwa ein Viertel der potenziellen Messe-Aussteller seine Produkte.

Hier spielt die Musik noch von der Langspielplatte: Der DJ auf dem Ansgarikirchhof.

Lebensmittel, Spirituosen, Kunsthandwerk, feine Papiere und Gastrostände – es ist eine kleine, aber feine Mischung. Dazu legt ein DJ auf einer kleinen Bühne Boogie-Musik auf (ja, von echten Langspielplatten), in einem eigenen „Made-in-Bremen“-Zelt werden ausgewählte Kollektionsboxen verkauft. Gin zum Beispiel, von fünf verschiedenen Bremer Gin-Produzenten, in echten Probiergrößen. „Wir testen das jetzt, das sind alles Piloten“, sagt Schulze und weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Wir wollen auch alles in und um Bremen herstellen.“ Also die Boxen, die Etiketten, als Gimmick ein gebundenes Heft für Aufzeichnungen diverser Gin-Tastings.

Messe in der Überseestadt

In überschaubaren Mengen, pfiffig, ökologisch, fair produziert, ohne eine Weltreise hinter sich zu haben. All das hat seinen Preis, weiß auch Schulze. Allein das Heft kostet 6,90 Euro. Draußen präsentieren sich die Manufakturen mit ihren Produkten: Faire Gewürze, vegane Prodkte, Tee, Taschen, Seifen, Wein, Craft-Bier. „Einbahnstraßen“ für die Besucher, „Safe Guards“, also Sicherheitsleute, passen auf, dass sich die Besucher an die Regeln halten. Anderthalb Meter Mindestabstand, dafür keine Maskenpflicht (außer im Zelt), Desinfektionsmittel, vor der DJ-Bühne besteht Sitzplatzpflicht.

Auf dem Hanseatenhof präsentieren Bremer Hersteller ihre Produkte.

Und wie geht es weiter mit „Made in Bremen“? Als erstes die Messe 2021 in der Überseestadt, danach soll perspektivisch ein Ladenlokal mit Eventfläche gefunden werden, um „Made in Bremen“ weiter auszubauen, sagt der gelernte Grafiker Schulze, der das Projekt mit seiner Frau und Wolff immer noch nebenberuflich betreibt. Sie möchten noch mehr lokale Produzenten aus der Nische holen, setzen auf deren Engagement mit Produkten und Ideen. Nicht auf deren Geld. Zwar bleibt das Ziel, mit dem Projekt „Made in Bremen“ auch einmal Geld zu verdienen, das steht bei den Machern aber nicht im Vordergrund. Für die Produzenten kostet die Teilnahme an „Made in Bremen“ nichts.

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