Naturschutzbund gegen Pferderennen

Renntag in Bremen: „Wir haben Angst“

Galopprennbahn Hansestadt Bremen.
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Trotz Gegenwind: Auf der Bremer Galopprennbahn darf am Samstag wieder ein Renntag ausgetragen werden.

Es klingt wie ein schlechter Nachbarschaftsstreit: Falsch abgemähte Sonnenblumen, Fake-News und Drohnachrichten. Doch der Bremer Rennverein ist in Sorge.

Bremen – Mit Sicherheitspersonal und Hunden bewacht der Bremer Rennverein das Gelände der Galopprennbahn in der Vahr. „Die Polizei fährt auch regelmäßig vorbei“, erzählt Pavel Vovcenko , der seit März zum Vorstand des Bremer Rennvereins gehört und in Mahndorf als Trainer arbeitet. „Wir freuen uns auf den morgigen Renntag und gleichzeitig machen wir uns Sorgen, was in der Nacht passiert, was morgen auf uns zukommt.“

Name:Galopprennbahn in der Vahr
Ortsteil:Sebaldsbrück
Besitz:Stadt Bremen
Fläche:rund 30 Hektar
Letztes Rennen:30. März 2018

Grund ist eine vom Naturschutzbund (Nabu) Bremen veröffentlichte Pressemitteilung. „Ich habe wirklich große Lust, mit unserem Trecker mal vor dem Renntag das Geläuf kreativ umzugestalten“, wurde Geschäftsführer Sönke Hofmann da zitiert. Am Donnerstag seien Rails – die Rennbahn-Begrenzung aus Plastik – beschädigt worden. „Das war aber schnell zu reparieren“, so der ehemalige Jockey. Zudem hätten den Verein einige Drohungen seit der Pressemitteilung des Nabus erreicht und Falschmeldungen seien verbreitet worden.

„Seit heute kursiert hier bei Facebook, anderen sozialen Medien und auf weiteren Plattformen das Gerücht, der Renntag am 13.11. sei abgesagt. Diese Aussage ist falsch! Der Renntag findet wie geplant statt“, schrieb der Verein auf seiner Facebook-Seite am 10. November.

Bremer Rennverein überrascht von so viel Gegenwind

Wir haben eigentlich nicht mit so viel Gegenwind gerechnet“, so Vovcenko. Die Bremer Renntage seien bei den Besuchenden immer sehr beliebt gewesen. Auch an diesem Samstag erwartet der Verein rund 5000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Um 12 Uhr geht das erste Rennen los, insgesamt 86 Pferde gehen an den Start. „Das Geläuf ist top, alles ist vorbereitet. Aber wir haben Angst, dass durch einen Sabotage-Akt der Renntag doch nicht stattfinden kann.“

Eskaliert ist der Streit wegen einer Blühflächen entlang der Rennbahn. Im Frühjahr hatte Hofmann, so heißt es in der Mitteilung, eigenhändig Blühmischungen und Hafer ausgesät. Für den Renntag sei mit den Naturschützern abgesprochen, maximal einen Meter dieser Fläche abzumähen. Stattdessen ist es eine fünf Meter breite Schneise geworden. „Ich möchte gar nicht wissen, wie viele überwinternde Wildbienen dafür draufgegangen sind“, so Hofmann, „hieran kann man sehr gut sehen, wie arrogant der Rennverein noch meint, die Rennbahn sei seine Fläche.“

Rennverein unterstellt Naturschutzbund Bremen taktisches Handeln

Die Schneise müsse so breit sein, damit notfalls dort ein Krankenwagen lang fahren und die Autokamera gefahrlos den Pferden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h folgen könne. Das sei auch der Zwischenzeitzentrale (ZZZ), die sich um die Betreuung und Vergabe solcher zeitlich begrenzten Projekte kümmert, bekannt gewesen, so der Verein. „Wir haben bereits Ende Oktober diese Bereiche gemäht, dass wir dafür erst kurz vor unserem Renntag kritisiert werden, wirkt schon sehr taktisch“, so Vovcenko.

Erst vor drei Jahren musste der Galoppsport von Bremen Abschied nehmen. Die Stadt wollte das Areal bebauen, doch bei einem Volksentscheid wurde im Mai 2019 dagegen votiert. Seitdem wird es zwischengenutzt.

„Wir werden alle Mittel einsetzen, um das zu schaffen“

Noch im Juni hatte der Senat beschlossen, dass keine Pferderennen mehr stattfinden sollen. Doch der Bremer Rennverein bekam mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht recht. Nun also doch wieder Pferderennen. Der Verein würde gerne weiterhin regelmäßig Renntage veranstalten. „Der Wunsch ist, das Gelände auch weiterhin drei bis sechsmal im Jahr nutzen zu können. Es gibt genug Fläche auf der Bahn, dass sie von mehreren genutzt werden kann“, so Vovcenko. „Wir werden alle Mittel einsetzen, um das zu schaffen.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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