Musikalische Lesung in Vegesack

Das Pferd kehrt noch einmal zurück

+
Lesung mit Musik und Lokalkolorit in Vegesack – von links gesehen: Bernd Schlott, „Kattenhorns Pferd“, Lorenz Meyboden und Benny Grenz.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ein Pferd, das immer wiederkehrt – das ist „Kattenhorns Pferd“. Die Geschichte von dem sprechenden Pferd, das mit seinem Freund – dem schlauen Raben „Jakob“ – zum Schützenfest nach Osterholz fährt, war lange Zeit nicht mehr gedruckt worden, bis es 2013 eine Neuauflage gab.

Entstanden ist die Geschichte vermutlich im Jahr 1903, als der Maler Fritz Overbeck (1869 bis 1909) sie erfand und seinem Sohn Fritz Theodor erzählte, der 1898 in Worpswede zur Welt gekommen war. Später verschwand das Pferd. 

Aber eben nicht für immer: „Als ich selber einen kleinen Jungen hatte, da kam es aus grauem Nebel wieder angetrabt“, schrieb Fritz Theodor Overbeck, der 1983 in Bremen gestorben ist.

Über Generationen weitergegeben

Fritz Theodor Overbeck erzählte seinen Kindern die Geschichte von „Kattenhorns Pferd“ – und erfand weitere hinzu, etwa von „Kattenhorns Kuh“ und den Ziegen „Mekka und Medina“. 1947 waren sie erstmals in einem Bremer Verlag erschienen – versehen mit Zeichnungen des Autors. Neuauflagen folgten in den 70er Jahren. 2013 hat die Bremer Edition Temmen „Kattenhorns Pferd – Fabeleien um das alte Worpswede“ dann neu herausgebracht.

„,Kattenhorns Pferd‘ ist ein Buch, das man vorgelesen bekommen möchte – nicht nur als Kind, auch als Erwachsener“, sagt Dr. Katja Pourshirazi, die Leiterin des Overbeck-Museums. Eine ganze Reihe von Lesungen hat es seit 2013 gegeben. „Jedes Mal war die Lesung ausverkauft, nun kehrt sie auf vielfachen Wunsch noch einmal nach Vegesack zurück“, sagt Pourshirazi. Und so kommt „Kattenhorns Pferd“ am Sonntag, 3. September, um 11.30 Uhr ins Kito (Alte Hafenstraße).

Lorenz Meyboden bringe den Ton der Geschichten „mit Herz und Humor“ zum Klingen, indem er „jedem der Charaktere eine unverwechselbare und unvergessliche Stimme verleiht“. Musikalisch begleiten ihn Benny Grenz am Klavier und Bernd Schlott auf der Klarinette und auf der Mundharmonika. Denn schließlich kann auch Kattenhorns Pferd, so verrät es das Buch, Mundharmonika spielen.

Kartenvorverkauf im Kito unter Telefon 0421/65 48 48. Tickets im Vorverkauf: 15 Euro, ermäßigt zehn Euro. Karten an der Abendkasse: 17 Euro, ermäßigt zwölf Euro.

„Die Wahrheit über Pferde und ihre Menschen“ – so der Untertitel ihres Buchs  – will die Autorin Wiebke Saathoff in dem Band „Stallgeflüster“ verraten.

Einblicke in Reiterstübchen

In dem Buch berichtet Saathoff, „stolze Pferdebesitzerin seit 28 Jahren“, aus den „heiligen Pferdehallen und geselligen Reiterstübchen und gibt Einblicke in die großen Themen des Pferdemenschen wie die Stallsuche, die Betreuung des Pferderentners, die Arterhaltung oder auch die Kommunikation zwischen Pferd und Mensch“, wie es auf ihrer Homepage heißt.

Und weiter: „Sie klärt über das vielfältige Angebot des Pferdezubehörmarktes auf und erläutert wichtige Unterschiede bei den Reitweisen, porträtiert einige besondere Pferdepersönlichkeiten und lässt uns an ihrer ganz eigenen Evolution zum Pferdemenschen teilhaben.“

All das lässt sich demnächst in der Krimibibliothek der Zentralbibliothek (Am Wall 201, früheres Polizeihaus) erleben. Am Donnerstag, 24. August, nämlich, wenn Saathoff ihr Buch dort vorstellt. Die Lesung aus der Reihe „Bremer Buchpremiere“ beginnt um 19 Uhr. Musik: Merle Strudthoff. Zum Programm des Abends gehört eine Bilderschau des Buchillustrators Rainer Schmidt.

Zwei polnische Künstler im Schnoor

Bis zum 1. September präsentiert die Produzentengalerie „Kunstmix“ (Kolpingstraße 18, Schnoor) zwei polnische Künstler in einer Ausstellung mit dem Titel „Zwischen“.

Zu sehen sind Zeichnungen und Malerei von Damian Pietrek und Adam Pociecha. Pietrek, Jahrgang 1975, wuchs im Herzen Oberschlesiens auf und studierte Kunst mit Schwerpunkt Grafik an der Akademie der bildenden Künste in Katowice, an der er inzwischen selbst als Professor beschäftigt ist.

„Seine Zeichnungen – kombiniert mit Aquarellen – sind mit leichter Hand gezeichnet, jedoch keineswegs leichte Kost“, sagt Martin Koroscha vom „Kunstmix“. „In den melancholisch bis düster anmutenden Arbeiten gibt es jede Menge Details zu entdecken.“

Pociecha, Jahrgang 1958, arbeitet ebenfalls an der Akademie. Er erhielt für sein grafisches Werk mehrere Auszeichnungen und nahm an mehr als 150 Ausstellungen im europäischen Raum teil. Im „Kunstmix“ zeigt er von Kathedralen inspirierte Arbeiten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Intensives Training am Donnerstag

Intensives Training am Donnerstag

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

„Tag der Menschen mit Behinderungen“ auf dem Freimarkt

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Nachgefragt: Das sind die beliebtesten Gewinne auf dem Freimarkt 

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Diese Gewinne liegen beim Freimarkt voll im Trend

Meistgelesene Artikel

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Handwerksshow“ mit Ex-„Bachelor“ Jan Kralitschka im Weserpark

„Handwerksshow“ mit Ex-„Bachelor“ Jan Kralitschka im Weserpark

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Bremer Arzt entfernt Niere statt Milz

Bremer Arzt entfernt Niere statt Milz

Kommentare