Wo der Pfeffer wächst

Start-up „Yummy Organics“ vertreibt fair gehandelte Gewürze aus Sri Lanka

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„Yummy-Organics“-Gründerin Laura Brandt und Sameera mit frischgeernteten Pfefferkörnern. Der Angestellte der Eco-Lodge in Sri Lanka ist nicht nur Gewürzbauer, Koch und Bäcker, sondern kümmert sich auch um Organisatorisches.

Bremen - Von Viviane Reineking. Dort, wo der Pfeffer wächst, liegen die Ursprünge von „Yummy Organics“. Die Idee zu ihrem Online-Shop, der fair produzierte Gewürze direkt von Kleinbauern aus Sri Lanka in ihre Heimat bringt, kam Laura Brandt nach einer zweimonatigen Auszeit von ihrem Bürojob in dem asiatischen Inselstaat.

Das Besondere an ihrem Projekt: Über den Preis können die Kunden selbst entscheiden. Pfeffer, Chili und echter Ceylon-Zimt, Muskatnuss, Kardamom und Curryblätter, dazu Ingwer, Nelken, Kurkuma und Macis (auch Muskatblüte genannt): So exotisch ist das Sortiment von „Yummy Organics“. Die Gewürze wachsen auf dem Areal der Singharaja Garden Eco-Lodge mitten im Dschungel im Südwesten Sri Lankas. „Hier habe ich zwei Monate verbracht, mit Einheimischen in der Küche gearbeitet und viel über den Bioanbau und den fairen Handel von Gewürzen gelernt“, so die 33-Jährige.

Die Gewürze von „Yummy Organics“ stammen aber auch aus Gärten von benachbarten Kleinbauern, die ihre Gewürze an Laura Brandt und ihre Partner von der Lodge verkaufen. Nicht alle Gewürze wachsen im Dschungel, weswegen Produkte – etwa Nelken und Kardamom – aus dem Hochland dazugekauft werden. „Wir achten auf einen ökologischen Anbau in Mischkultur und ohne den Einsatz von Pestiziden“, so Brandt. Farbe, Duft und Geschmack seien im Gegensatz zu industriell verarbeiteten Produkten viel intensiver, sagt Brandt.

Per Crowdfunding Geld eingesammelt

Zusammen mit den Inhabern der Lodge, ihren Angestellten und den Bauern vor Ort hat Laura Brandt neben ihrem Vollzeitjob den Import der Gewürze in ihr Heimatland aufgebaut. Über eine Crowdfunding-Kampagne hat die Absolventin des Studiengangs Digitale Medien an der Hochschule Bremerhaven Geld für Rohstoffe, Verpackungen und den Aufbau ihres Online-Shops gesammelt, der vor kurzem an den Start gegangen ist.

Zurück nach Sri Lanka: Nach der Ernte per Hand werden die Gewürze in einem eigens gefertigten Ofen bei geringen Temperaturen getrocknet, um die empfindlichen Aromen und ätherischen Öle zu schützen. Per Seefracht von Colombo über Hamburg in Bremen angekommen, läuft die handwerkliche Produktion in der Bremer Kulturküche auf dem Teerhof an: Mit Unterstützung von fleißigen Helfern aus Freundeskreis und Familie werden etwa Zimt, Chili und Pfeffer erst kurz vor dem Verkauf gemahlen, gesiebt, abgefüllt und etikettiert.

Gründerin setzt auf volle Transparenz

Die Gründerin mit der Leidenschaft für Kochen, Essen, Reisen und soziales Engagement setzt auf „volle Transparenz“ in der Lieferkette bis zum Bauern: Gewürzliebhaber können auf der Website den Trackingcode ihrer Produktverpackung eingeben und erfahren, wer es angebaut hat.

Zuvor können die Kunden über einen Regler auf der Shop-Seite selbst entscheiden, wie viel ihnen ein fair produziertes Produkt wert ist. Hier erfahren sie auch, welche direkten Auswirkungen ihr gewählter Preis auf die Produktionsbedingungen, die Arbeit der Bauern und das Projekt hat.

Mit ihrem Projekt wolle sie auch „klassische Wirtschaftsmodelle hinterfragen“, so Brandt. „Es heißt immer, der Verbraucher hat die Macht und dass der Kunde bestimmt, unter welchen Bedingungen ein Produkt hergestellt wird. Aber wie genau die Zusammenhänge aussehen, ist vielen oft nicht klar“, sagt die Jungunternehmerin. Sie wolle beweisen, dass direkter, fairer Handel wirklich funktionieren und die Entscheidung der Kunden tatsächlich etwas beeinflussen könne.

Bislang geht Konzept auf

„Bislang geht mein Konzept total auf“, freut sich Brandt nach den ersten Bestellungen über den Online-Shop, über den zehn Gewürzsorten in unterschiedlichen Mahlgraden erhältlich sind. Zukünftig möchte Brandt, die für ihr Projekt Unterstützung durch die Bremer Hochschulinitiative zur Förderung von unternehmerischem Denken, Gründung und Entrepreneurship (Bridge) sowie das Bremer Förderprogramm für Unternehmensgründungen (Brut) bekam, mehr Kooperativen und Partner gewinnen und weitere Gewürze anbieten.

Erst einmal ist Laura Brandt mit ihren Gewürzen aber unter anderem auf dem veganen Weihnachtsmarkt am Sonntag, 3. Dezember, in der „Energieleitzentrale“ (Am Speicher XI 11) in der Überseestadt und sonnabends in der „Markthalle Acht“ am Domshof vertreten.

yummy-organics.de

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