Pestel-Institut schlägt Alarm / Neue Studie

Bremen braucht mehr Wohnungen

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Bremen hat die Beschlagnahmung leerstehender Privatimmobilien beschlossen, der ehemalige Baumarkt an der Stresemannstraße ist als Erstaufnahmeeinrichtung in den Blickpunkt gerückt. Außerdem fehlen für Flüchtlinge einige tausend Wohnungen, sagt eine neue Studie.

Bremen - In Bremen fehlt Wohnraum. Tendenz: steigend. Alleine für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr die Hansestadt erreichen, werden einige tausend zusätzlicher Wohnungen benötigt. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse der Pestel-Instituts (Hannover) hervor. „Um die für Asylbewerber zusätzlich benötigten Wohnungen zu ermitteln, gilt die Formel: 100Flüchtlinge, die nach Bremen kommen, brauchen im Schnitt 40 Wohnungen“, sagt Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts.

Das Bremer Sozialressort rechnet derzeit für 2015 „ganz grob“ mit 11000 Asylsuchenden und zusätzlich rund 2000 unbegleiteten minderjährigen Ausländern. Die Studie des Instituts ist noch einen Schritt zurück und hat mit 7850 Neuankömmlingen kalkuliert. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt damit der Wohnungsbedarf für Bremen auf rund 5090Wohnungen. Im Schnitt wurden zuletzt allerdings lediglich rund 1750Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Das heißt: Unter dem Strich fehlen schon bei knapp 8000 Flüchtlingen 3140 Wohnungen.

„Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, muss dringend neuer Wohnraum her“, sagt Günther. Es sei „zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern“. Laut Institut fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen.

Auftraggeber der Untersuchung sind die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau sowie der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure. Die Vertreter der Baubranche fordern eine Ankurbelung vom Wohnungsneubau und eine Offensive bei der Sanierung leerstehender Wohnungen sowie einen Neustart des sozialen Wohnungsbaus. Das Pestel-Institut schlägt zinslose Darlehen und Investitionszulagen für genossenschaftliche und kommunale Wohnungsunternehmen vor.

Der Bund hat 500 Millionen Euro bereitgestellt, die die Länder bis 2020 jährlich für den sozialen Wohnungsbau bekommen sollen. „Das wird hinten und vorne nicht reichen“, sagt Günther. „Bundesweit werden dadurch maximal 12000 Wohnungen neu entstehen. Das ist eine Kapazität, die eine Großstadt nur so wegschluckt.“

je

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