Perlenketten und Protest

„Fockes Fest“ in Schwachhausen

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Zielen – und mit voller Wucht den Ball gegen die Kegel werfen. Oder lieber doch elegant und treffsicher? Beim Luftkegeln stellten Kinder ihr Geschick unter Beweis.

Bremen - Von Steffen Koller. Zwischen Stelzenläufern, Butterkuchen und Schmiedeofen feierten am Sonntag mehrere hundert Besucher die 21. Auflage von „Fockes Fest“ im und um das Bremer Focke-Museum. Während gerade für die Kleinen im Außenbereich groß aufgefahren wurde, strömten Eltern und Großeltern in das Innere der Kulturstätte – dort wartete die Sonderausstellung „Protest und Neuanfang – Bremen nach ‘68“.

Großer Andrang am Eingangsbereich, ausgelassene Stimmung rund ums Focke-Museum: Noch zwei Stunden nach der offiziellen Eröffnung von „Fockes Fest“ reihten sich die Besucher in lange Schlangen ein. Das Warten lohnte sich, schließlich wartete auf die Interessierten ein bunter Mix aus gelungener Unterhaltung, Spaß, Wissenswertem – und eben die neue Sonderausstellung im Obergeschoss des Museums.

Neue Perspektive für die Kinder

Da hatten Eltern alle Hände voll zu tun, alles unter einen Hut zu bekommen. Passend zum Andrang und den vielen Aktionen stand das Fest in diesem Jahr unter dem Motto „Bewegte Zeiten“. Stellten auf der großen Bühne bereits ab 14 Uhr unter anderem das Jazztrio „Time is Monkey“ und später Ignaz Dinné und Jan-Olaf Rodt ihr musikalisches Geschick unter Beweis, hieß es für die Kinder: Ab zu den zahlreichen Attraktionen und Mitmachaktionen, die sich auf der grünen Wiese rund um das Bauernhaus und im Park verteilten.

Einmal auf Stelzen laufen und die Welt aus einer anderen Perspektive erleben, Perlenketten basteln oder Hansekoggen bauen – kreativ lebten sich die Besucher in jedem Fall aus. Als sich dazu auch noch Blumenkränze, ein Parcours, ein Schmiedekurs und Luftkegeln gesellte, war für die Kids der Tag bereits ein voller Erfolg. Als Sahnehäubchen obendrauf: Clown Penny Penski, der unentwegt für gute Laune sorgte – auch bei den Wartenden im Eingangsbereich.

Besucher haben schon „Bock“ auf das nächste Jahr

Weniger actiongeladen, dafür umso wissenswerter präsentierte sich das Innere des Museums, in dem die Sonderausstellung Einblicke in zuweilen fast vergessene, aber prägende Zeiten gab. Neben der Geschichte der Bremer Universität, den Schülerprotesten und der allgemeinen Stadtentwicklung informieren Audio- und Videoaufnahmen, politische Flugblätter sowie Zeitschriften linksradikaler Bremer Gruppen. Auch Technik gibt‘s zu sehen. So unter anderem eine Spielekonsole mit dem wohlklingenden Namen „Palladium“ von 1980 und Fernsprechtischapparate von 1965 – kurz: Telefon mit Wählscheibe. Mode, Infotafeln, Videoaufzeichnungen komplettieren das Bild einer Zeit, die auch in Bremen für viel Wirbel sorgte.

Ina und Gregor (beide 18) aus Bremen, die bereits zum zweiten Mal „Fockes Fest“ besucht haben, fanden nur schöne Worte für die Aufmachung des Festes, bei dem auch Zeitzeugen zu Wort kamen. „Hier ist doch für alle was dabei“, meinte Gregor, während Ina sich frischen Butterkuchen schmecken ließ. „Niedlich, das passt alles sehr gut zusammen“, kommentierte Ina das Getümmel auf der großen Wiese. Beide freuen sich bereits aufs kommende Jahr: „Da haben wir richtig Bock drauf.“

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