„Beat it“ zweimal ausverkauft

Ein perfekter „Moonwalk“: Michael-Jackson-Musical im Metropol-Theater

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Das Michael-Jackson-Musical „Beat it“ sorgte am Sonntag gleich zweimal für ein ausverkauftes Metropol-Theater.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Sein Gang ist einfach cool! Jeder Schritt wird laut verstärkt. Dantanio Goodman gibt einen ziemlich authentischen Michael Jackson ab. Er trägt einen Koffer, stellt ihn auf einen Stuhl, öffnet ihn und holt einen weißen Glitzerhandschuh heraus. Laute Begeisterungsrufe kommen aus dem Publikum. Am Sonntag waren gleich zwei Aufführungen des Musicals „Beat it“ über das Leben des „King of Pop“ im Bremer Metropol-Theater ausverkauft.

Ein Spotlight erscheint. Mit weiterhin lauten Schritten geht Jackson darauf zu, tritt aber nicht ins Licht, sondern umtänzelt es eher ruhig. Die Spannung steigt weiter an. Dann beginnt der Song „Billie Jean“. Michael Jackson betritt das Spotlight. Goodman hat den Tanzstil des „King of Pop“ geradezu verinnerlicht. Darunter: das typische Wiegen des Beckens und auch der Griff in den Schritt. Dazu kommt auch der „Moonwalk“, absolut flüssig und ordentlich lang. Das Publikum im Metropol-Theater dankt direkt mit einem kräftigen Applaus und noch mehr Beifall nach dem Song.

„Billie Jean“ und die vorausgegangene schicke Einleitung haben Nina Monsig (39) aus Stuhr sehr gut gefallen. „Noch besser hätte ich es gefunden, wenn der Darsteller den Hut wie im Originalvideo ins Publikum geworfen hätte“, sagt sie nach dem Musical. „Die Show war super. Es hat einfach Spaß gemacht.“

Das Musical „Beat it“ zeichnet das Leben des Stars nach. Koffi Missah spielt den jungen Michael Jackson, Mitglied der Jackson Five, der verdammt gut tanzen und singen kann, aber noch viel unnahbarer und schüchterner ist als der Popgigant der 80er. Auf die Bühne kommt auch der Zwist unter den Jackson-Brüdern, als Michael beschließt, Solo-Stücke zu machen. Michael will kein Kind mehr sein. Sein Weg in den fanatischen Perfektionismus beginnt.

Michael studiert seine Vorbilder, darunter James Brown aber auch Charlie Chaplin. Zu „Wanna be startin‘ somethin‘“ sind er und seine geschickt inszenierten Vorbilder zu sehen. Man sieht, wie Jackson lernt und woher er die Inspiration für seine markanten Bewegungen bekommen hat. Missah schafft es, einfühlsam den kindlichen Michael zu zeigen, während Goodman auch die zackigen und harten Schritte in äußerster Perfektion beherrscht. Jackson-Fan Monsig sagt: „Beide Darsteller waren gut, jeder auf seine Weise. Sie sind dem Original ziemlich nahegekommen.“

Interessanterweise ist die Hauptrolle, immerhin die treibende Kraft des Stückes, praktisch nicht in Dialoge verwickelt. Jacksons Vita spiegelt sich stattdessen in der Handlung und im Text von Erzählerin Diana Ross (Meimouna Coffi) wider. Songs, Bühnenbilder und Choreographien dominieren das Musical. Die Story ist stark zurückgenommen und klammert problematische Aspekte zum Leben des Künstlers aus. Letztlich spricht die Musik, auch wenn die Titel nicht chronologisch angeordnet sind, sondern wild zwischen den Jahren hin- und herspringen. Die vielen Kostüme und Bühnenbilder lassen die verschiedenen Phasen im Werk des Künstlers geschickt wiederaufleben. Sehr authentisch ist die Nachahmung von Michaels Kostüm auf der „Dangerous“-Tour, die unter anderem 1993 in Sao Paulo ein Mammut-Publikum von 140  000 Fans begeisterte.

Perfektionist Jackson treibt die Tänzer mit seinen Ansprüchen fast in den Wahnsinn. Den letzten Nerv kostet ihn, so wird gezeigt, die sensationswütige Boulevard-Presse. Alles wird von ihr „durchgekaut“, bis hin zu der Frage, ob Michael und seine Schwester Janet vielleicht dieselbe Person sind. Michael wehrt sich musikalisch, unter anderem mit „Leave me alone“. Am Ende steht der Saal. „Beat it“ wird am 20. Februar 2020 wiederkommen.

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