Erste Ergebnisse im Forschungsprojekt „Nordwest 2050“ / Kurzfilm sorgt für Aufmerksamkeit

Papierschnipsel und Klima

Auch die hiesige Energiewirtschaft wird sich den sich wandelnden Umweltbedingungen anpassen müssen. Welche Wege es gibt, möchte „Nordwest 2050“ klären.

Bremen - Von Viviane StrahmannBREMEN · Nicht angestaubt, sondern aufgeschlossen und modern muss Wissenschaft und Forschung heute daherkommen. Das Projekt „Nord west 2050“ will jetzt mit einem „Papierschnipselfilm“ im Internet für das sperrige Thema „Klimaanpassung“ begeistern.

Ziel von „Nordwest 2050“ ist es, das Leben in der Metropolregion Bremen-Oldenburg auch in der Zukunft lebenswert zu machen. Ein wichtiges Vorhaben, denn die klimatischen Veränderungen werden Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik im Norden haben.

Damit diese Bereiche sich an die neuen Bedingungen anpassen und vielleicht sogar von ihnen profitieren können, wird in dem auf fünf Jahre angelegten Projekt, das im vergangenen Jahr begann, eine „Roadmap of Change“ erarbeitet, die Chancen und Wege zur Klimaanpassung aufzeigen soll. Sie wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Neben dem Verein Metropolregion Bremen-Oldenburg sind beispielsweise auch das „Artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit“ der Universität Bremen beteiligt. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

„Zwei regionale Klimaszenarien für die Jahre 2036 bis 2065 mit dem mittleren Jahr 2050 sowie für eine weitere Periode von 2071 bis 2100 mit dem mittleren Jahr 2085 wurden bisher fertiggestellt“, erklärt Andreas Lieberum, Geschäftsführer des Forschungsprojekts. Demnach komme es bis 2050 zu einer Zunahme der Jahresmitteltemperatur, der Zahl der Sommertage und der tropischen Nächte sowie zu einer Abnahme der Frost- und Eistage. Die Jahresregenmenge nimmt insgesamt zu und verteilt sich anders: Während sie im Sommer abnimmt, steigt sie im Winter deutlich an. Mit Starkregen muss sich die Region öfter abfinden, für 2085 werden sich die Trends noch einmal deutlich verschärfen, so Lieberum.

In den nächsten eineinhalb Jahren werden 20 Unternehmen gemeinsam mit den Projektpartnern an einer individuell auf ihre Belange zugeschnittenen Klimaanpassungsstrategie arbeiten. Dafür bekommen 4 000 Unternehmen der Region im Mai Post von „Nordwest 2050“, weil man erfahren möchte, wie sich Fragen zum Klimawandel bereits heute in der Praxis stellen.

Seit einigen Wochen wird nun untersucht, wie sich die Klimafolgen auf das Natursystem und die drei Wirtschaftscluster Ernährung-, Hafen- und Energiewirtschaft auswirken. Wie anfällig sind sie und was bedeutet das für die Entwicklung von Maßnahmen? „Die Ergebnisse werden Grundlage für mögliche Projekte mit den Praxispartnern aus der Wirtschaft sein“, erläutert Andreas Lieberum.

Regionale Unternehmen, Institutionen und Netzwerke sind bereits am Dialog beteiligt, nun hat man einen Weg beschritten, mit dem man das Projekt „Klimaanpassung“ der Öffentlichkeit verständlich machen möchte.

Ein animierter Kurzfilm zeigt auf vereinfachte, aber kreative und humorvolle Weise, worum es geht. „Wir haben in vielen Gesprächen festgestellt“, so Lieberum, „dass das Thema schwer zu kommunizieren ist. Wenn man dann noch in weniger als fünf Minuten ein fünfjähriges Forschungsprojekt darstellen soll, stößt man an Grenzen, eigene und die des Gegenübers.“

Der „Papierschnipselfilm“ klärt ganz unwissenschaftlich über das Projekt auf. „Das alte Motto ‚Vom Wissen zum Handeln‘ funktioniert nicht angesichts dieser globalen Bedrohung. Wir müssen zu einem ‚Wissen durch Handeln‘ kommen“, wünscht sich Lieberum.

WWW.

nordwest2050.de

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