Weltrekordhalter spielt am Packhaustheater

Scharfe Brise, schnelle Witze

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Der Delmenhorster Schauspieler und Übersetzer, Clown und Weltrekordhalter Markus Weise auf der Bühne des Packhaustheaters – hier allerdings spaßeshalber mal im Bühnenbild von „Schwanensee in Stützstrümpfen“. Weise spielt einen Rettungsschwimmer in der musikalischen Komödie „Scharfe Brise“, die am Donnerstag, 22. Juni, Premiere hat.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Eine „Scharfe Brise“ weht jetzt durchs Packhaustheater im Schnoor. Frischer Wind, neue Sitten? Nein – neues Stück, frische Inszenierung. Das Packhaus bringt nämlich die musikalische Komödie „Scharfe Brise“ des Erfolgsautors Christian Kühn („Machos auf Eis“, „Tussipark“) heraus. Die Premiere beginnt am Donnerstag, 22. Juni, um 20 Uhr. Gespielt wird den ganzen Sommer über – bis zum 2. September. Eintrittskarten kosten nach Angaben eines Theatersprechers 28 Euro.

Unter der Regie von Oliver Geilhardt spielen neben Sonja Hebestadt, die gerade noch in „Schwanensee in Stützstrümpfen“ zu sehen war, drei für das Packhaustheater neue Gesichter: Robin Bongarts, Oskar-Wolf Meier und der Delmenhorster Markus Weise, der unter anderem Weltrekordhalter im Witzeerzählen ist.

Worum geht‘s? Nun, darum: Die Rettungsschwimmer vom Titisee müssen sich etwas einfallen lassen – sonst sind sie nicht mehr zu retten. Die Besucher bleiben aus, seit im Nachbardorf ein Freizeitbad mit vielen Attraktionen eröffnet hat. Der Praktikant schlägt vor, auf Events zu setzen. Da besucht die Imbissdame Doris (gespielt von Sonja Hebestadt) die Tournee einer Burlesque-Show – und kehrt begeistert mit einer Idee für die Rettungsschwimmer zurück: „Eventbademeister“ heißt das Zauberwort, Travestie das Geheimnis. Und so nimmt die Komödie ihren Lauf. Trockener Humor ist das eher nicht.

Mal am Packhaus spielen – das, so erzählt Markus Weise, habe er sich schon lange gewünscht. Über Umwege ist dieser Wunsch nun in Erfüllung gegangen. Weise kommt aus der niederdeutschen Theaterszene. „Ich spiele seit 17 Jahren niederdeutsches Theater – zum Beispiel in Delmenhorst und am Staatstheater in Oldenburg“, sagt Weise. An Plattdeutsch-Bühnen in Brake und Varel hat er inszeniert, in Bremerhaven ebenfalls.

Dann sah er das Kühn-Stück „Machos auf Eis“ und kam auf die Idee, das ins Plattdeutsche zu übertragen. Noch am Abend bewarb er sich um die Rechte. „Ich durfte das machen.“ Anschließend durfte er auch „Tussipark“ übersetzen. Und schließlich noch mehr Kühn-Komödien. So landete auch „Scharfe Brise“ auf Weises Tisch. Bei Facebook sah er dann, dass für die (hochdeutsche) Aufführung am Packhaustheater Darsteller gesucht wurden. Der Rest ist, wie es immer so schön heißt, Geschichte. Weise steht nun auf einer Bühne, auf der er immer schon mal stehen wollte.

Spiderman ohne Netz und Keks unterm Baum

Und darf dort nicht nur spielen, sondern auch Witze erzählen. Denn er ist ja Weltrekordhalter im Witzeerzählen. Die US-Agentur „Record Setter“ hat seinen Rekord anerkannt, sagt Weise, der staatlich geprüfter Darsteller für Clowntheater und Komik ist, wie es hochoffiziell und fast ein bisschen humorlos heißt.

Begonnen hatte alles mit einer RTL-Show, wo der Delmenhorster, geboren am 18. Juni 1983, sich den Weltrekord schnappte. Ein Brite schnappte ihm den dann Weg, aber Weise holte sich den Titel zurück. 33 Witze in einer Minute, das ist sein Weltrekord. Lang dürfen die Witze dann aber nicht sein. Stimmt, sagt Weise – und nennt ein Beispiel: „Ich hab bei Spiderman angerufen. Aber der hatte kein Netz.“

Und: „Was ist ein Keks unterm Baum? Ein schattiges Plätzchen.“ Jetzt kommt eine scharfe Brise hinzu. . .

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