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Bremer Kirchen: Ostern ohne Einschränkungen

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Von: Jörg Esser

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Blick auf die katholische Kirche St. Elisabeth in Hastedt.
St. Elisabeth in Hastedt: Die 1969 erbaute katholische Kirche ist 2020 zur Kolumbariumskirche umgebaut worden. © Esser

Die Katholiken und Protestanten in Bremen feiern die Ostertage ohne coronabedingte Einschränkungen. Doch die Zahl der Mitglieder in Kirchengemeinden in der Hansestadt nimmt stetig ab.

Bremen – Die Zeichen stehen auf Entspannung – trotz immer noch hoher Corona-Inzidenzen. Die Kirchen in Bremen planen zu Ostern Präsenzgottesdienste ohne Einschränkungen.

„Es gibt keine gesetzlichen Regelungen – darüber geht auch die Kirchenleitung nicht hinaus“, sagt Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Es werde allerdings empfohlen, Vorsicht walten zu lassen. Bremens leitender evangelischer Theologe Bernd Kuschnerus und Kirchenpräsidentin Edda Bosse hatten in einem Brief an die Gemeinden geschrieben: „Für die Menschen in unserer Stadt wollen wir offen und verlässlich sein.“

Die katholischen Gemeinden empfehlen das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, sagt Propst Bernhard Stecker. Verpflichtend sei dies aber nicht. „In der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi“, sagt Christof Haverkamp, Sprecher des Katholischen Gemeindeverbands Bremen. „Es ist in der katholischen Kirche das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr.“

Zu Ostern sind die Gotteshäuser in der Regel ganz gut besucht. Doch die Zahl der Mitglieder in Kirchengemeinden nimmt stetig ab. Ende 2021 lebten in der Stadt Bremen laut Haverkamp 51 146 in Gemeinden organisierte katholische Christen. 42 158 Katholiken zählen zum katholischen Gemeindeverband Bremen (südlich der Lesum) und damit zum Bistum Osnabrück. Hinzu kommen 8 988 katholische Christen in Bremen-Nord, die zum Bistum Hildesheim zählen.

51 146 Katholiken und 170 277 Protestanten

Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehörten zum Jahreswechsel 58 Gemeinden mit 170 277 Mitgliedern. Zehn Jahre zuvor es noch rund 222 000 Mitglieder, vor 20 Jahren mehr als 254 000. Zuletzt registrierte die BEK 2 270 (2020) und 2 163 (2021) Austritte pro Jahr. Hinzu kommt der „biologische Saldo“ – es sterben mehr Menschen als getauft werden.

Die Zahl der Gemeinden habe sich über die Jahre ja immer wieder verändert, sagt Hatscher. „Aus Muttergemeinden entstanden Tochtergemeinden aufgrund der Vielzahl der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, unter anderem in der Neustadt.“

Lange Jahre gab es 71 Gemeinden. Dann folgten Fusionen in der Vahr, Gröpelingen und Oslebshausen, in Tenever, in der Neustadt und am Rande der City (St. Stephani und St. Michaelis). Schließlich schlossen sich zum Jahreswechsel die evangelisch-lutherischen Gemeinden Martin-Luther-Blumenthal und Bockhorn sowie die reformierten Kirchengemeinden in Blumenthal und Rönnebeck-Farge zur Evangelischen Kirchengemeinde Bremen-Blumenthal zusammen. Das macht dann 58 Gemeinden. „Und es gibt Kooperationen, die eines Tages in Fusionen münden könnten“, sagt Hatscher.

Vier Blumenthaler Gemeinden fusionieren

In Huchting ziehen Dietrich Bonhoeffer, St. Lukas Grolland und St. Georg an einem Strang. Im Bremer Osten arbeiten die „Brückengemeinden“ Melanchthon, Guter Hirte, Hemelingen und Versöhnung eng zusammen. Auch in Hastedt gebe es eine gute Kooperation von Auferstehungsgemeinde und Alt-Hastedt. „Konkret steht derzeit aber nichts im Raum.“

Die Auferstehungskirche in Hastedt.
Die Auferstehungskirche ist eine von zwei evangelischen Kirchen in Hastedt: Und es gibt zumindest schon ein gemeinsames Gemeindebüro. © Esser

Bei den Katholiken gibt es noch fünf Kirchengemeinden. Hinzu kommen zwei im Bremer Norden. Und es gibt noch 14 katholische Kirchen, in denen Gottesdienste gefeiert werden, sagt Haverkamp. Bei der BEK sind es laut Hatscher noch etwa 75 Sakralbauten. Im Laufe der Jahre ist beispielsweise die Kirche St.  Stephani zur Kulturkirche geworden, in der aber nach wie vor Gottesdienste stattfinden. Die Waller Fleetkirche, nach dem Zweiten Weltkrieg als eine Behelfskirche für Vertriebene errichtet, ist mittlerweile verkauft worden und kein Gotteshaus mehr. Die Heiliggeist-Kirche in der Vahr beherbergt das Sozialzentrum „Marktplatz der Begegnung“, wird aber an hohen Feiertagen nach wie vor für Gottesdienste genutzt. Und die Domkapelle am Osterdeich wurde an eine Musikschule vermietet, wird aber zu besonderen Anlässen für Gottesdienste genutzt.

Als gelungenes Umbau-Beispiel bei den Katholiken gilt der von St. Nikolaus in Gröpelingen. Der langgestreckte Betonbau ist heute Mittelpunkt eines großen Gemeindezentrums mit Kita und Seniorenwohnanlage. Und die 1969 erbaute Kirche St. Elisabeth in Hastedt ist für 1,6 Millionen Euro zur Kolumbariumskirche mit 1 213 Urnenplätzen umgebaut worden. Hierdurch verkleinerte sich der Platz für die Gemeinde zwar von 176 auf dann 121  Plätze, für den sonntäglichen Gottesdienst reichten diese aber aus, heißt es. Auch zu Ostern.

Infos zu den Ostergottesdiensten: www.kirche-bremen.de, kgv-bremen.de

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