Poker und Lammbraten

Ostern in der Corona-Zeit: So verbringen prominente Bremer die Feiertage

Vermisst die Eltern: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Foto: DPA/SCHULDT
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Vermisst die Eltern: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte.

Bremen - Keine üppigen Familienfeiern, kein Büfett im Restaurant, kein Gottesdienst. Das Osterfest in diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen ein Fest im engsten Kreis. Doch was tun, wenn einem die Decke auf den Kopf zu fallen droht, welche Spiele sind sinnvoll und welches Essen gibt es? Wir haben Personen des öffentlichen Bremer Lebens gefragt – und sie haben geantwortet.

Jedes Jahr aufs Neue steigt die Vorfreude, alte Freunde, die Familie oder den Nachbarn wiederzusehen. Ostern bot sich stets dafür an – bedeuten die Feiertage doch auch ein verlängertes Wochenende. Nun ist die Situation eine andere – eine ganz andere. Das spürt auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), dem es „sehr schwer fällt“, seine über 80 Jahre alten Eltern und die beiden Brüder seit Wochen nicht sehen zu können. „Das tut schon weh.“

Auch Rolf Specht, geschäftsführender Gesellschafter der Specht-Gruppe, vermisst die Familie. Knut Schakinnis, Leiter von Packhaustheater und Theaterschiff, schaut eher mit Bedenken auf seine Kinder, die Sehnsucht nach der Großmutter hätten. „Da fehlt schon die Oma!“

In die Sonne: Christoph Grunenberg.

Ähnlich denken auch Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner sowie Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums sowie Kunsthallen-Direktor Christoph Grunenberg.

Doch es gibt auch Menschen, die können zumindest dem Zeitpunkt der Pandemie einen Hauch Positives abgewinnen, so jedenfalls könnte man die Aussage vom Chef des Naturschutzbunds (Nabu) Bremen, Sönke Hofmann, deuten: „Weihnachten wäre eine Ausgangsbeschränkung viel schlimmer!“ So ungewohnt und belastend die Situation ist, so unterschiedlich gehen die Menschen damit um. Yvette Gerner empfiehlt die Mediatheken von ARD und ZDF, während Grunenberg einen virtuellen 360-Grad-Rundgang in der Bremer Kunsthalle vorschlägt, sollte die Langeweile überhandnehmen.

Digitaler Stopp: Wiebke Ahrndt.

Nabu-Chef Hofmann dagegen setzt voll auf Natur: Vögel beobachten, das sei „inspirierend und beruhigend zugleich“, aber auch Waldspaziergänge ab von den üblichen Hotspots empfiehlt er. „Rucksack packen, Thermoskanne und Brote – und hinaus in die Natur.“

Steigt aufs Rad: Rolf Specht.

Bovenschultes Vorschlag: Wikinger-Schach. Rolf Specht schwört zudem auf Radtouren, soweit diese im Rahmen des Erlaubten seien. Mit einer passenden App komme man auch an Orte, die noch nicht sehr viele kennen. Und kulinarisch? Das setzen viele auf Spargel, wie Grunenberg, Specht und Gerner zum Beispiel. Bovenschulte und Familie entscheiden spontan, was auf den Tisch kommt, für Hofmann sei Ostern eh „ein Frühstücksevent“ mit Eiern der hauseigenen Hühner und selbstgemachter Kräuterbutter.

Pokert: Yvette Gerner.

Schakinnis bleibt eher geheimnisvoll und sagt: „Nun, eigentlich wie immer.“ Bei Wiebke Ahrndt wird es hingegen Lammbraten geben.

Der Tisch ist also gedeckt – und sonst so? Ganz hoch im Kurs: Gesellschaftsspiel-Klassiker wie „Mensch ärgere dich nicht“, „Monopoly“, „Scrabble“, „Doppelkopf“ und „Siedler“. Hofmann rät zum Bau von Mini-Flößen aus Naturmaterialien, während Gerner und Familie auch gerne mal pokern. „Natürlich nur um die Ehre.“ Schakinnis empfiehlt, den Grill anzuwerfen sowie auf Eiersuche zu gehen. Grunenberg hingegen wirbt für frische Luft und Sonne. „Mehr braucht es im Moment nicht“, sagt er.

Ins Landhaus: Knut Schakinnis.

Bis auf Schakinnis, der mit Familie ins eigene Landhaus bei Otterstedt fährt, heißt es für alle anderen: Wir bleiben zu Hause. Weil aber auch da irgendwann der Gesprächsstoff ausgeht, gibt es abschließend einige Buch- und Filmtipps. „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ und „Contagion“ (Schakinnis), „Der Überläufer“ (Specht) sowie „The Irishman“ und „Lichte Gedichte“ (Bovenschulte) gebe es da, aber auch „Blues Brothers“ (Hofmann), „Mittagsstunde“ oder „Haus des Geldes“ (Grunenberg) lauten die Tipps. Yvette Gerner rät zu „Die Geschichte des Westens“ und dem neuen „Tatort“ am Sonntagabend. Wiebke Ahrndt legt einen digitalen Zwischenstopp im Übersee-Museum ans Herz, samt Führung und Kurzfilmen.

Packt den Rucksack: Sönke Hofmann.

Andreas Bovenschulte ist sich zudem sicher, dass die Menschen trotz aller Entbehrungen auch an Ostern den Maßgaben zum Corona-Schutz inklusive Kontaktsperren folgen werden. „Weil sie wissen, dass sie nur so die Alten und die Menschen mit Vorerkrankungen vor dem Virus schützen können.“ Bislang hätte sich die „große Mehrheit ganz vorbildlich an die Regeln gehalten“, lobt der Bürgermeister.

Aktuelle Informationen zur Coronavirus-Krise:

- Informationen zum Schulausfall aufgrund des Coronavirus und den Beschlüssen der Landesregierung 

Maskenpflicht und DIY-Mundbedeckung: Das sollten Sie über Corona-Masken wissen

- Coronavirus: Wie sinnvoll sind Wegwerfhandschuhe für die Virenabwehr?

- Daten-Apps zum Coronavirus: Das kann die Stop-Corona-App - Was Kritiker und Befürworter zu der Technik sagen

- Live-Ticker zur Coronsvirus-Krise in Niedersachsen

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