„Gabi Mut – Vom Leben geschlagert“

Ost-Sounds und Abgründe: Theaterschiff-Komödie mit ernsten Tönen

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In der Kulisse des Probenraums: „Gabi-Mut“-Darstellerin Saskia Katharina Ranwig (l.) und „Gabi-Mut“-Erfinderin Kathi Damerow.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. In Hamburg ist sie weltberühmt, die Schauspielerin, Sängerin und Autorin Kathi Damerow. Schließlich steht sie dort seit 2003 (!) in „Schmidts Tivoli“ im Musical „Heiße Ecke“ als Imbissverkäuferin auf der Bühne. Nun folgt der Sprung nach Bremen – als Autorin und Regisseurin. Das Theaterschiff (Tiefer) bringt Damerows musikalische Komödie „Gabi Mut – Vom Leben geschlagert“ heraus.

Premiere: Donnerstag, 25. Januar, 20 Uhr. Eintritt: 28 Euro. Damerow, die aus Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern stammt, inszeniert das Stück selbst. Es spielt (und singt) Saskia Katharina Ranwig. Die sehr eingängige Musik stammt von Lukas Nimscheck („Deine Freunde“), der auch am Schmidt-Theater gearbeitet hat.

Komödie spielt zur Zeit der Wende

Die Komödie führt zurück in die Wendezeit und hat – was der Titel nicht anklingen lässt – auch ihre ernsten Seiten. Etwa dann, wenn die Stasi ins Spiel kommt. Das Stück erzählt vom Schicksal der fiktiven DDR-Schlagersängerin Gabi Mut.

Gerade noch hatte sie ihr Ziel erreicht, in der DDR-TV-Show „Ein Kessel Buntes“aufzutreten, bedeutet die Wende für sie nun keinen Aufbruch, sondern das plötzlich drohende Karriereende. Im Interview spricht Kathi Damerow über ihr Stück.

Das Ende der DDR aus der Perspektive einer Schlagersängerin – wie kommt man auf so eine Idee?

Kathi Damerow: Indem man a) selbst in der DDR aufgewachsen ist und b) laut Lukas Nimscheck eine Schlagerstimme hat. Dann kommt die Kombi irgendwann von ganz allein! „Mit Deiner Schlagerstimme müssen wir mal irgendwas machen“, hat Lukas gesagt. Meine Bedingung war, dass es auch eine gute Geschichte dazu gibt.

Bei Gabi Mut tun sich ja ganz schöne Abgründe auf.

Sie geht durch Höhen und Tiefen. Ich finde, dass das Leben einfach so ist – ein ständiges Auf und Ab.

Wie im Schlager. . .

Der Schlager hat Unterhaltungswert. Man kann ihn aber so und so produzieren. Es war uns wichtig, dass gut produzierte Schlager im Stück sind – bis ins Detail. Lukas hat sogar darauf geachtet, dass richtige Ost-Sounds in den Liedern sind.

Gibt es ein reales Vorbild für die Figur Gabi Mut?

Nicht wirklich. Es ist so ein kleiner Mix. Für mich persönlich war Helga Hahnemann die Größte. Die hat so vieles gemacht, war Entertainerin, Schauspielerin, Sängerin. Die war großartig, die konnte einfach alles, die hatte Energie!

Was hat „Ein Kessel Buntes“ für DDR-Fernsehzuschauer bedeutet? Haben nicht die, die es konnten, West-Fernsehen geguckt?

Für uns gab‘s kein West-Fernsehen, meine Eltern haben das nicht erlaubt. „Ein Kessel Buntes“, das war wie „Wetten, dass. . .“ – das war die Sendung, da haben wir uns drauf gefreut, da saßen wir vor dem Fernseher.

Sie haben Ihr Stück „Gabi Mut“ bisher immer selbst gespielt und gesungen. Wie fühlt es sich nun an, als Autorin Regie zu führen?

Bei der Audition habe ich meinen Text zum ersten Mal aus einem anderen Mund gehört. . . Jeder Schauspieler bringt ja was Neues mit, die Saskia macht das hier auch sehr schön. Da gibt es zum Beispiel schon mal eine andere Betonung, wo ich sage: Das mach‘ ich jetzt auch so! Und ich habe mich nochmal neu in das Stück verliebt, wo ich es zum ersten Mal von außen sehe.

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