Gesamtleistung des OHB-Konzerns liegt erstmals bei einer Milliarde Euro / Fuchs: Ein Meilenstein

„Organisches Wachstum“

Im Reinraum des Raumfahrtunternehmens OHB System in Bremen montieren Techniker die kreisrunde Antenne auf einen Galileo-Satelliten. Foto: DPA

Bremen – Der OHB-Konzern hat im Geschäftsjahr 2018 „einen Meilenstein in seiner Firmengeschichte“ erreicht: Zum ersten Mal liegt die Gesamtleistung bei einer Milliarde Euro (plus 16 Prozent). „Das ist ein historischer Tag für unser Unternehmen“, sagte der Vorstandschef der OHB SE, Marco Fuchs, am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz. „Wir haben damit eine Größe erreicht, die wir immer angestrebt haben. Wir werden damit anders wahrgenommen“, so Fuchs. OHB habe das alles ohne Akquise erreicht, „allein mit organischem Wachstum“.

Umwelt, Wetter, Verkehr – der Boom bei nutzerorientierter Raumfahrt beflügelt das Geschäft des Satellitenbauers. „Die Erdbeobachtung ist für uns in diesem Jahr das Flaggschiff“, sagte Fuchs. Den Auftragsbestand des Luft- und Raumfahrtkonzerns bezifferte er auf 2,4 Milliarden Euro. Für 2019 erwartet Fuchs leicht steigenden Umsatz und Gewinn. OHB SE ist nach eigenen Angaben der drittgrößte europäische Raumfahrtkonzern hinter Airbus Defence & Space und Thales Alenia. OHB beschäftigt weltweit mehr als 2 800 Mitarbeiter.

Derzeit werden in Bremen die ersten drei Plattformen von Wetterbeobachtung-Satelliten der dritten Generation gebaut (Meteosat), sagte Fuchs. Mit diesem Programm sollen Wetterprognosen noch präziser werden. Ebenso produziert OHB seit Ende 2018 wieder Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo. 34 künstliche Himmelskörper soll OHB für dieses System liefern, 22 fliegen bereits durch das All. Ein wichtiges Projekt steht nach OHB-Angaben kurz vor dem Abschluss: Am 27. März soll das Trägermodul für eine Marssonde das Bremer Werksgelände verlassen, um sich dann im italienischen Turin und französischen Cannes einem ausführlichen Test zu stellen. Die Sonde gehört zum Programm „Exo-Mars“, bei dem die Europäische Weltraumagentur ESA und ihr russisches Pendant Roskomos kooperieren. Die kleine fahrende Sonde soll 2020 zum Roten Planeten starten und auf der Suche nach möglichen Spuren von Leben Bodenproben entnehmen.

Einige Arbeitsfelder gehören eher noch in den Bereich der Science-Fiction. Für die Hera-Mission der ESA und der US-Weltraumbehörde Nasa soll OHB berechnen, ob und wie Asteroiden so umgelenkt werden könnten, damit sie nicht mit der Erde kollidieren. Die Gefahr ist durchaus real: Kurz vor Weihnachten 2018 war ein größerer Asteroid über der Beringsee zwischen Russland und den USA explodiert.

Der Boom in der Raumfahrt hat im OHB-Konzern zur Folge, dass der Bedarf an neuen Mitarbeitern stark wächst, wie Fuchs sagte. Allein am Standort Bremen wurden im vergangenen Jahr rund 220 neue Mitarbeiter eingestellt, in Deutschland waren es an allen OHB-Standorten rund 350. Und auch 2019 rechnet der OHB-Chef mit einem hohen Bedarf im „dreistelligen Bereich“.

In Bremen haben im Dezember 2018 die Bauarbeiten für einen weiteren Reinraum (Plato-Halle) begonnen. Die Integrationshalle soll im Frühjahr 2020 fertig sein. Sie wird der größte Reinraum sein, den der OHB-Konzern zur Verfügung hat, heißt es. Zudem bekommt Bremen bis zum Sommer weitere Reinräume und Laboreinheiten. Investitionsvolumen samt Plato-Halle: rund 20 Millionen Euro.  gn/dpa

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