Für die Mongolen ist es im eisigen Bremen warm: 46. „Musikschau der Nationen“ vereint Gäste aus aller Welt

Das Orchester, das aus der Kälte kommt

Das „Zentralorchester des Generalstabs der Mongolischen Streitkräfte“ bei seinem Auftritt in der Lloyd-Passage.

Bremen - Von Thomas Kuzaj · „Es fehlen noch immer vier oder fünf Koffer“, sagt Volksbund-Chef Rolf Reimers. „Ich hoffe, da sind keine Musikinstrumente drin.“ Reimers organisiert die „Musikschau der Nationen“, die in diesem Jahr vom 28. bis zum 31. Januar dauert.

Und da werden die Musikinstrumente ja schließlich gebraucht. Doch es ist die 46. „Musikschau“. Da machen einen ein paar fehlende Koffer nicht mehr nervös. Am Ende wird wieder jedes Instrument in den richtigen Händen sein, wird wieder jeder Ton sitzen.

Die Koffer fehlen dem „Zentralorchester des Generalstabs der Mongolischen Streitkräfte“, das mit Tanzgruppe nach Bremen gekommen ist – eine Premiere, die Mongolen sind zum ersten Mal dabei. Minus zehn Grad in Bremen? Den Gästen aus der Mongolei dürfte es in Bremen richtig warm vorkommen, schließlich sind sie bei 30 Grad Frost aus Ulan Bator abgeflogen. Von dort ging es über Moskau und Frankfurt am Main weiter an die Weser. Wo es ja vergleichsweise „warm“ ist. Reimers: „Die haben schon gefragt, ob sie nicht schwimmen können hier . . .“

Aus einem ganz anderen Winkel der Erde und aus einem ganz anderen Klima kommen die anderen Premierengäste der „Musikschau“ – aus Kenia. Das afrikanische Land schickt ebenfalls erstmals ein Orchester auf die Bürgerweide, die „Kenya Navy Band“. Kaum vorstellbar, dass die afrikanischen Marine-Musikanten angesichts der bremischen Witterungsverhältnisse auch Interesse haben, hier zu schwimmen. Ganz im Gegenteil, die Afrikaner frieren. Zu Hause hatten sie schließlich 28 Grad. Plus, versteht sich. Bremens Feuerwehr sprang ein und spendierte 50 wärmende und lange Lederjacken – alle in derselben Größe. Reimers: „Für die kleineren Kenianer sind das Mäntel.“

Neben den Kenianern und den Mongolen im „Musikschau“-Programm des Jahrgangs 2010: Die „Band of the Armed Forces of Malta“, die „Musique de la Région Terre Sud-Ouest“ (Frankreich), „Douane Harmonie Nederland“, die „Banda Musicale dell‘Arma dei Carabinieri“ aus Italien und – natürlich – die „US Army Band Europe“. Deutschland schickt das „Heeresmusikkorps I“ aus Hannover. Die musikalische Leitung der „Musikschau“ hat Fregattenkapitän Lutz Bammler.

Eine Kostprobe gab es gestern Vormittag schon mal in der Lloyd-Passage – dort spielten die Mongolen auf. Damit sie sich auch ein bisschen heimisch fühlen im „warmen“ Bremen, wird im Foyer der Stadthalle, die jüngst noch AWD-Dome hieß und jetzt Bremen-Arena genannt wird, eine Jurte aufgebaut. „Sechs Meter Durchmesser, drei Meter Höhe“, sagt Organisator Reimers.

Der „Musikschau“-Moderator Norbert Kuntze (Radio Bremen) freut sich unterdessen aus einem speziellen Grund auf das größte Blasmusik-Festival Europas: „Da kommen 800 Menschen aus aller Welt zusammen, die in erster Linie Musiker sind. Das ist im Grunde ein einziges Friedenstreffen.“ Der Friedensgedanke wiederum ist die Verbindung zur Arbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der den Erlös der „Musikschau“ bekommt.

· Die erste Vorstellung beginnt morgen, Donnerstag, um 19.30 Uhr. Freitag und Sonnabend, 29. und 30. Januar, wird jeweils zweimal gespielt – um 14.30 Uhr und 19.30 Uhr. Eine weitere Vorstellung folgt Sonntag, 31. Januar, um 14.30 Uhr. Eintritt: 17 bis 44 Euro.

WWW.

musikschau.de

volksbund-bremen.de

bremen-arena.com

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