Neue Anschriftenlese- und Sortiermaschinen: Post investiert in das Briefzentrum am Bremer Flughafen

„Operation am offenen Herzen“

An der neuen Anlage: Mitarbeiterin Lydia Borchert (l.) und Petra Bartholomäus, die für das Briefzentrum verantwortlich ist.

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Briefmarkensammler sortieren Briefmarken. Die Post sortiert Briefe. So einfach ist das. Dabei ist das Sortieren an sich überhaupt keine einfache Angelegenheit, sondern ein aufwendiger Prozess.

Im Bremer Briefzentrum in der Hanna-Kunath-Straße am Flughafen präsentierte die Post gestern ihre neuen Anschriftenlese- und Briefsortiermaschinen. Bremen ist einer der ersten Standorte, an denen sie stehen – und sortieren. „Sie sind schneller, haben weniger Arbeitsgänge und mehr Fächer“, sagt Petra Bartholomäus, die für das Briefzentrum verantwortlich ist. 370 Mitarbeiter sind hier in drei Schichten rund um die Uhr beschäftigt.

Sie – und die Maschinen – bearbeiten Briefe und Postkarten der, wie es in der Postsprache heißt, Postleitzahlbereiche 27 und 28. Eine Zone, die von Wildeshausen bis Sittensen und von Cuxhaven bis Sulingen reicht, wie Niederlassungsleiter Wolfgang Farwick sagt.

Seit 1996 waren in der Hanna-Kunath-Straße die alten Sortiermaschinen im Einsatz. Sie schafften bis zu 30 000 Sendungen pro Stunde. Die neuen Siemens-Maschinen schaffen 41 000 Sendungen pro Stunde und codieren die Briefe auch gleich noch, wodurch ein Extra-Arbeitsgang entfällt. Die neuen Geräte sind nicht nur, wie Briefzentrumsleiterin Bartholomäus erklärt, „schneller und effizienter“, sondern: „Sie behandeln die Sendungen auch schonender.“ Das freut ja nicht zuletzt auch den Postkunden und den Briefmarkensammler.

Für den Standort Bremen und dessen Mitarbeiter bedeute die Investition Sicherheit, betonten die Postvertreter gestern. Nun sind die neuen Apparate leistungsfähiger und schneller – doch, so Petra Bartholomäus: „Es wird niemand entlassen.“ Man habe alles sozialverträglich geregelt, unter anderem werde die übliche Fluktuation genutzt.

Insgesamt neun Millionen Euro investiert die Post am Standort Briefzentrum Bremen. Dazu zählen auch zwei neue Großbriefsortieranlagen für Groß- und Maxibriefe, die ab Sommer installiert werden sollen.

Die neuen Anschriftenlese- und Briefsortiermaschinen für Standardbriefe (Portostufe: 55 Cent) wurden während des laufenden Betriebes aufgebaut – und eben auch in Betrieb genommen. Petra Bartholomäus: „Das war wie eine Operation am offenen Herzen – und ohne Betäubung.“ Aber: „Der Kunde hat nichts gemerkt.“

Was der Kunde hingegen merken soll, ist, dass die Post in ein klassisches Angebot investiert – in den guten alten Brief eben. Vor dem Hintergrund von SMS, E-Mail und sozialen Netzwerken im Internet werden zwar weniger Briefe geschrieben und verschickt. Aber er ist eben auch immer noch da, gilt in seiner handgeschriebenen Form inzwischen gar als besonders aufmerksames Zeichen der Zuwendung. Post-Sprecherin Maike Wintjen: „Uns ist der klassische Brief immer noch sehr wichtig.“ Hinzu kommt die Bedeutung der so genannten Infopost – der Werbebriefe also.

WWW.

deutschepost.de

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