Maritime Woche in Bremen

„Seenot-Rentner“ laden zum „Open Ship“ ein

Crewmitglieder der „Bremen“ besprechen das weitere Vorgehen in der neuen Heckwanne: Hans-Jürgen Hauptmann (v. l.) und Michael Köper (Vormänner), Horst Müller (Maschinist), Lothar Maylahn-Reemts („Seenotrentner“) sowie Kai Steffen (Projektleiter).

Bremen - Der Museumsseenotkreuzer „Bremen“ hat zum Festwochenende der „Maritimen Woche“ an der Schlachte festgemacht. Der erste Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) lädt zum „Open Ship“ (Freitag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18  Uhr).

Die „Bremen“ war bis 1965 bei den Seenotrettern im Einsatz und wurde dann an einen Hamburger Bauunternehmer verkauft. 2013 holten Klaus Hübotter und Kai Steffen den einzigen unter Denkmalschutz stehenden Seenotkreuzer zurück an die Weser, um ihn dauerhaft zu erhalten. Das Duo hat eine engagierte ehrenamtliche Crew an Bord geholt.

Zum Jahresziel haben sich die „Seenot-Rentner“ gesetzt, das gesamte Achterdeck der „Bremen“ wieder in den Zustand der 50er Jahre zurückzubauen. Zunächst wurde bei den Vorbereitungen für den Werftaufenthalt die gesamte Messe leergeräumt, um die neue Heckwanne zu rekonstruieren. Dabei sei der erstmals auf einem Seenotkreuzer verwendete Doppelboden freigelegt worden, der das Schiff selbst im Falle einer heftigen Kollision mit unter Wasser liegenden Wrackteilen „praktisch unsinkbar machte“, sagt Projektleiter Kai Steffen. Auf der Werft sei der Boden geöffnet und festgestellt worden, dass durch eingedrungenes Wasser eine extrem starke Korrosion vorhanden war. Um weiter Schäden am Schiff zu vermeiden, entfernte die Crew den Rost. „Diese Arbeiten sprengten den Kostenrahmen dermaßen, dass andere Baumaßnahmen nicht mehr finanziert werden konnten“, sagt Steffen. Auf die Sanierung der Heckklappe wurde folglich verzichtet.

Schiff ist derzeit noch eine Baustelle

Der erreichte Bauzustand sei ein großer Schritt in Richtung der Wiederherstellung des Originalzustandes, so der Projektleiter. So sei die Heckwanne schiffbaulich rekonstruiert worden und das Unterwasserschiff entspricht wieder der strömungsgünstigen Form des 1951 erfolgten Umbaus auf der Lürssen-Werft. Steffen: „Unsere Vorleute stellten schon bei der Überführung vom Hohentorshafen an die Schlachte eine Verbesserung der Manövrierfähigkeit fest.“

Derzeit ist das Schiff noch eine Baustelle und wird über den Winter von der Crew auf Vordermann gebracht, um dann gründlich gereinigt und lackiert zu werden. Die Crew wünscht sich neue und handwerklich begabte Mitstreiter für die anspruchsvollen Aufgaben, insbesondere für Lackier- und Stahlarbeiten. Außerdem ist die „Bremen“ weiterhin auf Fördermittel und Spenden angewiesen.

je

www.srk-bremen.de

www.maritimewoche.de

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