INTERVIEW Regisseur über sein Comeback

Oliver Hirschbiegel führt Regie im Bremer „Tatort“

Jasna Fritzi Bauer (l.), Luise Wolfram, Oliver Hirschibiegel und Dar Salim.
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„Tatort“-Comeback: Regisseur Oliver Hirschbiegel (2.v.r.) und die drei Bremer Ermittler Jasna Fritzi Bauer (l.), Luise Wolfram und Dar Salim bei den Dreharbeiten in Bremen.

Am Sonntag sendet die ARD den zweiten „Tatort“ mit dem neuen Bremer Ermittlertrio. Regie in der Folge „Und immer gewinnt die Nacht“ führte Oliver Hirschbiegel.

Bremen – Mit 8,45 Millionen Fernsehzuschauern und einem Marktanteil von knapp 25 Prozent feierte das neue Bremer „Tatort“-Team im Februar einen Einstand nach Maß. Am Sonntag, 12. Dezember, zeigt das Erste ab 20.15 Uhr den zweiten Einsatz von Jasna Fritzi Bauer als Kommissarin Liv Moormann, Dar Salim als dänischer Ermittler Mads Andersen und Luise Wolfram als BKA-Ermittlerin Linda Selb.

In „Und immer gewinnt die Nacht“ steht das Trio vor einem rätselhaften Fall um unerfüllte Wünsche, Hoffnungen, Schuld und Verantwortung.

Regie führt Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“). In der Vita des 63-Jährigen stehen bislang zwei ORF-„Tatorte“ aus den Jahren 1992 und 1994 mit Michael Janisch als Oberinspektor Fichtl. Über sein überraschendes Comeback spricht der vor allem in Wien lebende gebürtige Hamburger im Interview.

Die Besetzung des Regisseurs für den neuen Bremer „Tatort“ war die eigentliche Überraschung. Sie haben nach rund 30 Jahren mal wieder einen „Tatort“ gedreht. Wie ist es dazu gekommen?

Ich zähle zu den Regisseuren, die international engagiert sind. Und viele Produzenten denken dann wohl, der dreht sowieso nur im Ausland. Aber nach dem Lockdown wurde 2020 fast nichts gedreht. Und Regisseure müssen drehen, wie Schauspieler spielen müssen. Dann kam die Anfrage von Radio Bremen. Und Drehbuch und Idee haben mir gut gefallen. Da hab ich dann zugesagt, auch weil ich mal wieder in meiner norddeutschen Heimat arbeiten konnte.

Im Einsatz: Mads Andersen (Dar Salim) klettert aus dem Hafenbecken an Land.

Comeback nach fast 30 Jahren

Bleibt der Dreh ein einmaliges „Tatort“-Comeback?

Keine Ahnung. Ich habe zugesagt und zwei Wochen später wurde bekannt, dass ein anderes Projekt doch stattfinden wird. Und jetzt bin ich plötzlich bis Ende 2022 belegt. Aber ausschließen will ich weitere „Tatorte“ nicht. Ich habe nie ausgeschlossen, einen „Tatort“ zu drehen. Ich bin nur nie gefragt worden. Das Schöne am „Tatort“ ist, dass in relativer kurzer Zeit gedreht werden muss. Und ich habe Spaß, wenn Zeitdruck da ist, wenn man mir ein Terminsakko setzt.

Wie liefen die Dreharbeiten?

Mit dem Team ist es sofort hervorragend gelaufen. Es ist ein ungewöhnliches Ermittlertrio. Die beiden Frauen (Jasna Fritzi Bauer und Luise Wolfram) sind halt keine Standardfiguren. Und dann die Kombination mit Dar Salim. Das hat was. Aber wir haben im Frühling gedreht, im Hafen am Wasser. Und es war sehr kalt und ungemütlich.

Das ist der Norden, das ist Bremen ...

Bremen kannte ich überhaupt noch nicht, obwohl ich aus Hamburg stamme. Es hat mir hier erstaunlich gut gefallen. Motivmäßig hat Bremen viel zu bieten. Es gibt jede Menge Orte, die der Zuschauer noch nicht kennt. Straßenecken, Stadtlandschaften. Und viele Bunker. Bunker zählen zu meinen Lieblingsdrehorten. Ich habe selten in einer Stadt so viele Bunker gesehen wie in Bremen, versteckt im Wald, im Park und in allen Größen.

Markanter Ausschnitt der Gesellschaft

Gibt es Schauspieler, mit denen Sie besonders gerne zusammenarbeiten?

Ja und Nein. Wenn man sich zu gut kennt, bleibt die Jungfräulichkeit auf der Strecke. Andererseits hat die Zusammenarbeit mit Tobias Moretti immer wunderbar funktioniert. Und wir haben 15 Folgen „Kommissar Rex“ zusammen gedreht und uns immer wieder an Sets getroffen.

Gibt es einen Stoff, den Sie gerne mal verfilmen wollen?

Ich bin eher jemand, dem Sachen angeboten werden. Ich lass mich gerne überraschen. Aber ein konkretes Projekt gibt es schon. Da darf ich noch nichts verraten.

Was erwartet die Zuschauer im neuen Bremer „Tatort“?

Spannende und gute Unterhaltung mit einem Kaleidoskop an Figuren. Es wird spannend, den Menschen zuzuschauen. Der Tatort bietet ein Mikrokosmos, einen markanten Ausschnitt aus der Gesellschaft. Und außerdem haben wir Bremen ganz gut vermarktet.

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