Weltstar John Malkovich in der Glocke

Mit und ohne Sakko

Meisterkoch Markus Haxter mit Zweitklässlern der Schule am Weidedamm. Hier bereiten alle zusammen ein Mittagessen aus Bio-Zutaten zu. ·
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Meisterkoch Markus Haxter mit Zweitklässlern der Schule am Weidedamm. Hier bereiten alle zusammen ein Mittagessen aus Bio-Zutaten zu. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Auftritt: Ein Weltstar in der Glocke. Frauenschwarm John Malkovich in Bremen! Und dann auch noch als Casanova! Klingt verführerisch?

Nun, heute Abend um 20 Uhr spielt Malkovich im Konzerthaus an der Domsheide den Giacomo Casanova in einem Musiktheater-Schauspiel-Projekt namens „The Giacomo Varia tions“. Schon gestern waren der Schauspieler und das Team dieser englischsprachigen Produktion mit italienischen Arien (Dirigent: Martin Haselböck) in Bremen.

Da sitzt er also nun in der Glocke, John Malkovich – 1953 in Illinois (USA) geboren und bekannt durch ein breites Spektrum sehr unterschiedlicher Filme, das von „Gefährliche Liebschaften“ bis „Transformers 3“ reicht. Und zurück.

Mit der Casanova-Bühnenproduktion ist er wieder im Jahrhundert der „Gefährlichen Liebschaften“ angekommen, im 18. Jahrhundert. Malkovich legt sein Sakko, dessen Muster auf durchaus nicht unvorteilhafte Weise an einen Schlafanzug erinnert, bald ab und beantwortet alle – wirklich alle – Fragen der Journalisten mit Zeit und Ruhe. Wie ist es wohl, John Malkovich zu sein? Die Gelassenheit des Künstlers wirkt beinahe verstörend.

Ja, er glaubt, Casanova sei sowohl verführerisch als auch selbst verführt gewesen. „Er war nicht an Macht über Frauen interessiert, er war interessiert an Frauen und ihrer Psyche.“ Und: „Er war ein wundervoller Autor, ein Mathematiker, ein Alchimist.“ Seine Lebenserinnerungen, ein umfassendes Zeitbildnis, sind ein Stück Weltliteratur – und Basis der „Giacomo Variations“. Hinzu kommen Arien aus den Mozart-Opern „Don Giovanni“, „Le nozze di Figaro“ und „Così fan tutte“.

Deren Librettist Lorenzo da Ponte war Venezianer, und der Venezianer Casanova war mit ihm befreundet, sagt Michael Sturminger, Regisseur der „Variations“ mit Malkovich. Huch! Der Regisseur hat Kaffee verschüttet. Kein Problem für John Malkovich. Der Weltstar steht auf, geht zu einem kleinen Tisch und holt Servietten. Ganz gelassen.

· Absage: Das gibt jetzt aber kein Lob für Roman! Gestern berichteten wir an dieser Stelle, der Sänger Roman Lob („Standing Still“) – in einem Monat Deutschlands Vertreter beim umstrittenen „Eurovision Song Contest“ in Aserbeidschan – komme heute, Freitag, nach Bremen. Nun aber hat er seinen Besuch bei „Bremen Vier“ im Faulenquartier kurzfristig abgesagt – kein Interview, keine Live-Songs. Ein Radio-Bremen-Sprecher: „Wir haben uns wirklich sehr auf Roman Lob gefreut, und das Management hatte seinen Besuch auch fest zugesagt, aber jetzt hat sich leider herausgestellt, dass Herr Lob doch nicht kommen kann.“

Wirklich sehr bedauerlich – zumal Lob vor ein paar Tagen für den NDR in Hamburg noch Zeit hatte.

Bio-Erlebnisse mit

Kochtopf und Pfanne

· Ernährung: Koch-Star Markus Haxter kochte gestern in Bremen – aber nicht alleine, sondern mit vielen Mädchen und Jungen. Der Meisterkoch trat bei „Perfetto“ im Kaufhaus Karstadt auf, um jungen Menschen Bio-Lebensmittel nahezubringen. Zum wiederholten Mal ist Haxter für die Kampagne „Bio erleben“ auf Tournee. Mit Zweitklässlern der Schule am Weidedamm (Findorff) kochte er bei „Perfetto“ ein Bio-Mittagessen mit Tomatensauce. Zuvor hatte eine zweite Schülergruppe bereits ein Frühstück mit der Ernährungsberaterin Costanza Müller zubereitet. Für den Abend waren die Eltern der Kinder eingeladen – zu einem kulinarischen Bio-Elternabend, sozusagen.

Doch zuvor – eben – waren ja die Kinder an der Reihe. Wer kocht, der lernt. Auch dieser Gedanke steckt im Konzept der Kampagne. Und so lud Haxter die Mädchen und Jungen unter anderem zum Öltest ein: „Das Brot ein kleines bisschen  hineintauchen und dann mal probieren! Wie schmeckt das Öl?“ Antwort: „Bäääh!“ Beim nächsten Öl aber klang die Reaktion schon ganz anders: „Lecker!“ Nacheinander kamen Sonnenblumen-, Raps- und Olivenöl an die Reihe. Davor war es um Früchte gegangen. Es war zu erkennen, dass die Kinder sich gut vorbereitet hatten – und sie waren engagiert dabei. Darüber freute sich natürlich auch Marktleiter Heiko Gruhn.

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