„Urban Farming“ in der Überseestadt

Ökologische „Gemüsewerft“

Umweltsenator Joachim Lohse (r.), Michael Scheer, Geschäftsführer der GIB, und Iris Geber von der WFB auf der „Gemüsewerft“ in der Überseestadt. - Foto: Senatspressestelle

Bremen - Mitten in Bremen erzeugt das sozial-integrative „Urban-Farming“-Projekt „Gemüsewerft“ Gemüse, Kräuter und Obst. Jetzt wurde die Anbaufläche der „Gemüsewerft“ um ein 2600 Quadratmeter großes Gelände in der Überseestadt erweitert. „Gemüsewerft Dock II“ ist ein Projekt von „Bio-Stadt Bremen“ des Umweltsenators Joachim Lohse (Grüne). „Es ist toll, was auf diesem Grundstück in so kurzer Zeit entstanden ist. Dieses Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie nachhaltiges Gärtnern in der Stadt erfolgreich und für viele erlebbar werden kann, obwohl die Fläche sehr begrenzt ist“, so Lohse.

Auf der ehemaligen Industriebrache südlich des Europahafenbeckens werden nun in Hochbeeten Kürbisse, Zucchini, Karotten, Kartoffeln, Bohnen und Erbsen nach den Prinzipien des ökologischen und biologischen Landbaus erzeugt. Die umweltschonenden Produkte werden in der betriebsinternen Gastronomie, dem „Café Brand“, und weiteren Bremer Gastronomien wie dem „Canova“ in der Kunsthalle zur Herstellung von Speisen weiterverarbeitet, heißt es. Außerdem produziert die „Gemüsewerft“ drei Craft-Bier-Aromahopfensorten für die „Bremer Braumanufaktur“.

Urban, also in der Stadt hergestellte Lebensmittel mit dem Ziel der innerstädtischen Selbstversorgung und der (Teil-)Abdeckung des lokalen Nahrungsbedarfs, sind nach Angaben des Umweltressorts ein ehrgeiziges Unterfangen und bundesweit bislang kaum zu finden. Genannt wird diese wirtschaftliche Strategie der Erzeugung von Lebensmitteln direkt am Verbrauchsort zur Selbstversorgung „Subsistenzwirtschaft“.

Michael Scheer, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für integrative Beschäftigung (GIB), ist stolz auf diese Entwicklung. Für ihn ist das „Urban Farming“ in der Überseestadt immer schon ein großes Ziel gewesen. Er freue sich sehr über die „tolle Unterstützung“, die er bei der Suche nach einer neuen Fläche vom Umweltsenator und der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) erhalten hat. „Auf diesem Stück Erde in einem sich stark entwickelnden Stadtteil Bremens wollen wir mit unserem Konzept des ,Gärtnerns in der City‘ ein vielfältiges nachhaltiges Angebot an City-Gemüse und Kräutern für die Bremer Gastronomie anbauen“, so Scheer weiter.

Das „Dock I“ der „Gemüsewerft“ liegt rund 200 Meter entfernt vom Hafenbecken ,F‘ des Bremer Industriehafens in Gröpelingen. Die „Gemüsewerft“ als GIB-Betrieb bietet nicht-erwerbsfähigen Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie seelischen und geistigen Behinderungen niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten. - vr

www.gemuesewerft.de

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