Ökologische Aufwertung

Bebauung des Rennbahn-Geländes: Grüne suchen den Kompromiss

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Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Galopprennbahn hat insgesamt 29 018 Unterstützerunterschriften gesammelt. Der Wahlausschuss will in der kommenden Woche feststellen, ob genügend gültige Unterschriften für ein Volksbegehren eingereicht wurden. 

Bremen - Von Ralf Sussek. Die Grünen-Fraktion ist mit einem eigenen Vorschlag für die künftige Nutzung des Galopprennbahn-Areals vom Koalitionspartner SPD abgerückt. Und hat ihrem Bau- und Umweltsenator Joachim Lohse (ebenfalls Grüne) nach seinem angekündigten Rückzug noch ein „Abschiedsgeschenk“ mitgegeben.

Lohse hatte Anfang Januar die geplante dichtere Bebauung der Rennbahn weiterhin verteidigt. Nun rudert die Fraktion zurück: Das rund 35 Hektar große Gelände zwischen Sebaldsbrück und Vahr solle zur Hälfte - und nicht, wie bisher vorgesehen, zu 70 Prozent - bebaut werden. Für diesen Kompromiss warben am Mittwoch Maike Schaefer (umweltpolitische Sprecherin) und Robert Bücking (stadtentwicklungspolitischer Sprecher). „Man kann nicht einfach dabei bleiben, was bisher geplant ist“, sagte Bücking. Aber er sagte auch: „Die Stadt kann nicht darauf verzichten, das Gelände zu entwickeln.“ Weil die Stadt eben Wohnraum schaffen muss, laut Bücking etwa 2 000 Wohneinheiten im Jahr. Zwar gebe es „viel neues Gelände“ auf ehemaligen Gewerbeflächen (zum Beispiel Kellogg’s, Könecke, Coca-Cola), „aber allein mit diesen Flächen geht es nicht“.

Also sind die Grünen für eine Bebauung des östlichen Teils (wegen der Straßenanbindung), die westliche Hälfte solle für Naherholung, Sport und - vielleicht - eine „Festwiese“ bleiben. Renaturierung der ökologisch wenig wertvollen Rennbahn und Golf-Range inbegriffen. „Ein Beitrag für mehr Biodiversität“, sagte Schaefer. Das Wäldchen im Norden des Areals solle erhalten bleiben, ebenso die alte Zuschauertribüne, ein bislang durch Rohre fließendes Fleet soll wieder ans Tageslicht gebracht werden. Nach dem Vorschlag der Grünen wird nachhaltig (Holz, begrünte Dächer oder gar Dachgärten) und barrierefrei gebaut. Bücking: „Das geht nicht aus dem Standardbaukasten.“ Hochhäuser (mehr als vier Stockwerke) werden hier nicht entstehen - genau dies („Hochhäuser wie in Tenever“) hatte die Bürgerinitiative befürchtet.

Diesen Vorschlag wollen die Grünen nun in die Stadtbürgerschaft einbringen und verabschieden lassen. Dann würde darüber ebenfalls als Volksentscheid abgestimmt (Einzelheiten dazu im Infokasten).

Und der Koalitionspartner? Wurde am Dienstag vom Grünen-Vorstoß informiert. Schaefer: „Es trifft die SPD nicht ganz unvorbereitet.“ Wenn sie die Genossen nicht überrascht haben - überrascht werden wollen die Grünen auch nicht von der Verwaltung. „Wir erwarten, dass die Behörden bis zum Volksentscheid keine städtebaulichen Wettbewerbe organisieren oder Planungsaufträge vergeben“, heißt es in dem Positionspapier.

Die CDU-Fraktion hat mit Kritik auf den Vorschlag der Grünen reagiert. Monatelang hätte die Regierung die Bedenken der Bürger nicht enstgenommen, sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Röwekamp. Die CDU werde eine Sondersitzung der Stadtbürgerschaft beantragen, damit der Volksentscheid mit der Bürgerschaftswahl am 26. Mai stattfinden könne.

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