Er lässt sich auf sein Publikum ein

Comedian Maxi Gstettenbauer: „Das ist Norddeutschland“

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Maxi Gstettenbauer am Mittwochabend auf der Bühne des „Fritz“-Theaters in Bremen: ein Mann der kleinen Gesten. Requisiten braucht er nicht.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Schockmoment hinterm Steuer: ein Reh auf der Straße. „Bremen, was haben die in der Fahrschule empfohlen?“, fragt Komiker Maxi Gstettenbauer sein Publikum.

Die mehrstimmige Antwort: „Draufhalten!“ Maxi atmet durch und sagt: „Draufhalten! Keine Stadt hat das so kühl gesagt. Das ist Norddeutschland. Töten, aber mit Stil.“ Das Publikum ist nicht beleidigt, sondern lacht und klatscht. Mit seinem Programm „Lieber Maxi als normal“ hat Maxi Gstettenbauer das „Fritz“-Theater in Bremen gefüllt.

Während Gstettenbauer sein Programm spielt, schafft er es immer wieder, in herrliche Verwicklungen mit dem Publikum zu kommen. Er erzählt von seinem ersten Date im zarten Alter von 18 Jahren in einer Bar namens „Sixpack“. „Das ist so eine Bar, wo man hingeht, wenn man nachts um drei über die Straße läuft und sich fragt, wo habe ich eigentlich mein Niveau liegenlassen“, sagt Gstettenbauer.

Ein Mann in der vorderen Reihe nennt ein Bremer Etablissement, das auch gut zu dieser Beschreibung passen soll. „Donnerschlag“, sagt Gstettenbauer und mustert den Mann etwas und beginnt einen Plausch mit dem muskulösen Mann. Dieser kann Taekwondo. Der Comedian fragt nach dem Beruf. Die Antwort: Maschinenbauer. „Was baust Du denn? Panzer?“ Der Mann antwortet: „Sondermaschinen.“

Gstettenbauer ist geschockt

Gstettenbauer ist überrascht. „Sondermaschinen. Der Maxi Gstettenbauer unter den Maschinenbauern. Wie alt bist Du?“ Die Antwort „23.“ Gstettenbauer ist irritiert und erfährt dann noch, dass der Mann auch Kickboxen betreibt. Ein Schock: „Die setzen mir hier den Punisher hin.“ So ganz will der Komiker das alles aber wohl nicht glauben. „Du bist 15, seit zwei Jahren aus dem Gefängnis und versuchst, als Maschinenbauer wieder ein neues Leben zu beginnen.“

Gstettenbauer kommt zurück, zu seinem Date mit 18 im „Sixpack“. Damals habe er seiner Auserwählten schon vor deren Erscheinen einen Drink mitbestellt, in der Hoffnung, sie schwer zu beeindrucken. Eine Fehlannahme, wie er heute einsieht: „Es ist schon creepy, wenn eine Frau einen Mann zum ersten Mal trifft und der hat schon ein Getränk vorbereitet.“ Er wedelt mit der Hand etwas in der Luft herum.

Lachsalven für das Publikum

„Dieses Tuch riecht doch nicht nach Chloroform, oder?“, fragt er und lacht mit einem bösartigen Grinsen. Die Frau sei nicht erschienen. „Beide Drinks für Dich“, sagt der „Punisher“ in der ersten Reihe. Gstettenbauer muss etwas lachen. „Das ist zehn Jahre her. Du dringst in meine Vergangenheit ein und selbst da finde ich Dich noch gefährlich.“

Gstettenbauer erzeugt immer wieder Lachsalven, vor allem erreicht er aber ein fast durchgängiges Grundschmunzeln. Malte Heinemann ist aus Elsfleth gekommen, weil ihm der Künstler auf Youtube und Facebook begeistert hat. „Es ist toll, dass er nicht nur sein Programm macht, sondern auch auf die Zuschauer eingeht“, sagt der 18-Jährige.

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