Der nonchalante Entertainer Peter Kraus begeistert sein Bremer Publikum

Fulminante Zeitreise

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Peter Kraus begeisterte die Bremer im Musicaltheater – der agile 76-Jährige hat den Hüftschwung nicht verlernt.

Bremen - Von Ulf Kaack. Nach seiner Abschiedstournee im vergangenen Jahr sagte Rock’n’Roll-Legende Peter Kraus seinemPublikum in der Hansestadt am Donnerstagabend einzweites Mal Adieu. Der Sänger brannte im Musicaltheater ein wahres Feuerwerk von Hits aus den 50er und 60er Jahren ab. Er bediente sich dabei aus dem riesigen Archiv seiner eigenen Chartstürmer, aber auch bei Elvis Presley, Chuck Berry und Bill Haley.

Mit dem Titel „Der letzte Rock’n’Roller“ begann eine fulminante Zeitreise in die Vergangenheit, in die der eigenen Jugend. Für den 76-jährigen Akteur auf der Bühne, vor allem aber für das Publikum, dessen Durchschnittsalter kaum niedriger gewesen sein dürfte. Das aber ging mit wie eine Horde ungebremster Teenager, hatte riesig Spaß an der Retro-Show. Getanzt wurde zwischen den Stuhlreihen, und so manch künstliches Hüftgelenk mag an seine mechanische Belastungsgrenze gekommen sein.

„Roll over Beethoven“, „Twist and shout”, „Rock’n’Roll Music” – Peter Kraus und seine hervorragend agierend Band hauten einen Knaller nach dem anderen raus. Früh begann die Stimmung zu kochen. Und spätestens mit dem obligatorischen Elvis-Medley mit 50er-Jahre-Ikonen wie „Heartbreak Hotel“, „Don’t be cruel“ und „Viva Las Vegas“ war der Siedepunkt erreicht.

Konzert von Peter Kraus in Bremen

Peter Kraus gab sich als nonchalanter Entertainer. Freundlich und frei von Allüren. Artig sprach er sein Publikum in der Sie-Form an, was dies wiederum – so gar nicht nach bremischer Etikette – mit lauten „Peter-Peter“-Rufen quittierte. Der agile Ewig-Jugendliche demonstrierte eindrucksvoll, dass sein legendärer Hüftschwung auch im fortgeschrittenen Alter noch funktioniert und dieser, wie er augenzwinkernd feststellte, ebenso von Elvis kopiert wurde wie seine Songs, wodurch der „King of Rock’n’Roll“ einst Weltruhm erlangte.

Auch den etwas antiquierten Gag, nach dem die Damen-Unterwäsche, die früher zu ihm auf die Bühne geworfen wurde, heute einige Konfektionsgrößen größer ausfalle, blieb er nicht schuldig. Der stammt allerdings ursprünglich von Tom Jones – so viel zum Thema „Kopieren“.

Klar, dass der Sänger sich auch seinem eigenen Hit-Fundus bediente. „Sugar Baby“, „Wenn Teenager träumen“, Rote Lippen soll man küssen“ und „Mit 17“ durften nicht fehlen. „Wie ein Tiger“ präsentierten Kraus und seine sechs Mitstreiter zunächst in der Seniorenversion nach Machart einer bayerischen Blaskapelle. Erst nach lautstarker Intervention der Zuhörer gaben die sieben Akteure schließlich kräftig und lautstark Vollgas. Mit der letzten Zugabe, der Ballade „Schwarze Rose, Rosemarie“, markierte Kraus seinen – angeblich – finalen Abschied vom Bremer Publikum. Aber das tat er auch schon bei seinem Konzert im vergangenen Jahr. So bleibt zu hoffen, dass der Sänger auch diesmal wieder geflunkert hat. Es wäre wünschenswert!

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