Preis in der Kategorie „Fügung“ geht ans Bremer Büro Westphal Architekten

„Nike“ für Schuppen Eins

Das Erdgeschoss des alten Stückgutschuppens beherbergt unter anderem ein Zentrum für Automobilkultur. - Foto: dpa

Bremen - Von Jörg Esser. Und noch eine Auszeichnung für den Schuppen Eins in der Überseestadt: Der nach Plänen des Bremer Büros Westphal Architekten umgestaltete ehemalige Stückgutschuppen ist jetzt in Karlsruhe mit einem „Architektur-Oscar“ ausgezeichnet worden. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) würdigte das Konzept für die Umnutzung der alten Hafenimmobilie mit einer „Nike“ in der Kategorie  „Fügung“.

Der BDA vergibt seit 2007 alle drei Jahre in sechs Kategorien die nach der griechischen Siegesgöttin benannte Auszeichnung. Erstmals wurde mit dem Schuppen Eins ein Bauvorhaben im Nordwesten Deutschlands gekürt.

Das markante Gebäude an der Buffkaje des Europahafens wurde unter Leitung von Oberbaurat Helmut Jung 1959 als zweigeschossiger Stückgutumschlagsschuppen mit zwei integrierten Betriebsgebäuden errichtet. Es zählte zu den besonders prägnanten Bauten des Nachkriegs-Wiederaufbaus in den stadtbremischen Häfen. Mit einer Nutzfläche von 36 570 Quadratmetern und einer Länge von 405 Metern war das Gebäude bei Fertigstellung der größte Hafenschuppen in Bremen. „Auffallend ist das Bauwerk durch charakteristische Elemente der 50er Jahre wie die asymmetrische Ausrichtung und den transparent-filigranen Treppenhausturm“, sagen die Denkmalschützer. Aus hafenentwicklungs- und technikgeschichtlichen sowie künstlerischen Gründen wurde das Gebäude unter Schutz gestellt.

Birgit Westphal, Jost Westphal und Klaas Dambeck aus dem Büro Westphal Architekten entwickelten ein Konzept zur Umnutzung des westlichen Gebäudeteils. Im neun Meter hohen Erdgeschoss entstanden ein Technik- und Erlebniszentrum mit durchgängigem Boulevard, eine Ausstellung für historische Fahrzeuge sowie Flächen, auf denen Oldtimer restauriert, gewartet, gelagert und verkauft werden. Die oberen Etagen wurden zu Büros und Wohnungen umgebaut. Die Bewohner gelangen mit ihren Fahrzeugen mittels eines geräumigen Autolifts direkt in ihre Wohnlofts. Dafür wurden im mehr als 50 Meter breiten Obergeschoss eine Straße und mehrere Plätze angelegt. Die Gesamtinvestition lag den Angaben zufolge bei 25 Millionen Euro.

Für die BDA-Jury ist das Konzept preiswürdig. Und so gab es eine „Nike“ in der Kategorie „Fügung“. Sie wird für Bauwerke vergeben, bei denen „Material, Form und Funktion besonders wirkungsvoll zu einer Einheit gefügt werden und so das Prägende des Ortes weitergebaut wird“. Martin Pampus, Präsident der Bremer BDA, kommentierte: „Es ist ausgesprochen erfreulich, dass die Jury ein wegweisendes Projekt für die Umgestaltung der alten Hafenreviere in der Überseestadt ausgewählt hat.“

Ein anderes unter Denkmalschutz stehendes Bremer Gebäude ging leer aus. Das in der Kategorie „Klassik“ nominierte Haus der Bürgerschaft (erbaut 1966 nach den Plänen des Berliner Architekten Wassili Luckhardt) musste sich dem Flughafen Berlin-Tegel geschlagen geben.

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